Baustellen – Fluch und Segen zugleich

Chemnitz- Für die Einen sind Baustellen ein lästiges Hindernis, für Andere jedoch ein Segen.

Die Baufirmen können aktuell, bei vollen Auftragsbüchern, Rekordumsätze generieren. Das ist auch in Chemnitz zu spüren. Neben Straßenbauarbeitern sind, laut Andreas Herrmann, Bezirksvorsitzender der IG BAU Südwestsachsen, auch „Maurer, Zimmerleute und Fliesenleger […] extrem gefragt“. Doch oftmals werden diese nicht angemessen dafür vergütet und auch für Auszubildende gibt es keine attraktiven Angebote. Folglich mangelt es immer mehr an Fachkräften. Dies merken nicht nur private Haushalte, sondern auch Unternehmen, die einen Aus- oder Umbau vornehmen wollen. Hinzu kommt, dass Bauarbeiter oftmals mehrere Stunden am Tag zur Arbeitsstelle und wieder zurück nach Hause pendeln müssen. Sie gehören zu den Rekord-Pendlern in unserer Region. Trotz der verlorenen Lebenszeit mit der Familie, für Freizeitaktivitäten und einfach nur zu Ausruhen, gibt es bisher keine Entschädigung für diese Pendlerei. Doch nun gibt es neue Hoffnung. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt fordert neben einer Lohnerhöhung auch eine Bezahlung der langen Fahrzeiten. Das Ziel der anstehenden Tarifrunde ist ein Plus von 6,8 Prozent, mindestens jedoch 230 Euro monatlich mehr. Auch Azubis sollen profitieren. Für sie sind 100 Euro mehr im Monat angesetzt. Am 19. März beginnen die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und den Arbeitgebern in Berlin.

Wir drücken allen Beteiligten die Daumen. Und vielleicht macht es das Warten, in einer Baustelle, für den Ein oder Anderen doch etwas erträglicher.