Baustopp im Hotel Astoria

Leipzig - Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat die Bauarbeiten am Leipziger Hotel Astoria gestoppt.  Seit letztem Freitag sind die Arbeiten auf der Baustelle zum Erliegen gekommen. Ein Nachbar hatte zuletzt Widerspruch gegen die von der Stadt erteilte Baugenehmigung eingelegt. 

Der Betreiber des Nachbarhotels hatte Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt. Der Grund: Die von der Stadt erteilte Baugenehmigung und die damit zusammenhängenden genehmigten Betriebsabläufe des bald wiederbelebten Grandhotels können nicht gewährleisten, dass an den Außenwänden des angrenzenden Hotels der Lärmpegel einen Immissionsrichtwert von 60 Dezibel tagsüber nicht überschreite, heißt es in einem Artikel der LVZ.

Im vergangenen September hatte das Leipziger Verwaltungsgericht, entgegen den Forderungen des Nachbarhotels, keinen Aufschub der Bauarbeiten veranlasst. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat diesen Beschluss nun geändert und den sofortigen Baustopp veranlasst, welcher solange gilt, bis über den Widerspruch gegen die Baugenehmigung endgültig entschieden wurde. 

Das genehmigte Vorhaben sei bauplanrechtlich aller Voraussicht nach unzulässig, urteilte der erste Senat des OVG. Allein die Anzahl von Hotelgästen und Veranstaltungsteilnehmern deute darauf hin, dass die Baugenehmigung eine deutlich zu geringe Anzahl von Lieferfahrten für den genehmigten Hotelbetrieb ausweise, lautet es in dem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts. Die Prognose für die durch An-  und Ablieferverkehr entstehenden Lärmimmissionen sei wohl zu niedrig kalkuliert worden.

Ursprünglich war geplant, dass das Astoria seine Pforten nach mehr als zwei Jahrzehnten Dornröschenschlaf gegen Ende des Jahres 2020 wieder öffne. Falls sich jedoch herausstellen sollte, dass die erteilte Baugenehmigung rechtswidrig ist, könnten viele weitere Monate verstreichen, ehe der Bau abgeschlossen sein wird.