BBVL setzt Talfahrt fort

Leipziger Adler verlieren in Wolfenbüttel 50:75 und stecken im Abstiegsstrudel.

Auch im vierten Spiel des Jahres 2009 bleiben die Bundesliga-Basketballerinnen des BBV Leipzig ohne Sieg. Am Samstag verloren die Eagles bei den Wolfenbüttel Wildcats überraschend deutlich mit 50:75 (23:35). Nach einem katastrophalen ersten Abschnitt, in dem die Adler bis auf zwei Freiwürfe punktelos blieben und den sie 2:18 verloren, erholte sich das Team von Trainer Ritz Ingram nicht mehr und ging gegen den Aufsteiger letztlich unter. Durch die hohe Niederlage, die auch den Verlust des direkten Vergleiches mit Wolfenbüttel bedeutet, setzt der BBVL seine Talfahrt fort und rutscht erstmals in dieser Saison auf einen Abstiegsrang ab.

„Für diese Leistung habe ich keine Worte“, war Trainer Ritz Ingram nach Abpfiff fassungslos. „Dieses erste Viertel war eines der peinlichsten Erlebnisse, die ich als Coach je hatte. Da haben wir nichts, aber auch gar nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“ Ähnlich enttäuscht äußerte sich auch Leipzigs Sportlicher Leiter Peter Maciej: „Ich weiß beim besten Willen nicht, was das war. Der Gegner war nicht übermächtig, aber wir wussten teilweise nicht, wo der Korb hängt. Das war unterirdisch.“

Eine Aussage, die ohne Einschränkungen auf alle Eagles zutraf. Egal, ob Leistungsträgerin oder Ersatzspielerin. Niemand fand auch nur annähernd zu Normalform. Das Ergebnis: Allein zehn Ballverluste und eine Trefferquote von null Prozent in Viertel eins (2:18). Nach einem kurzen Strohfeuer zu Beginn des zweiten Abschnitts (7:18, 12.) verfielen die Leipzigerinnen gleich wieder in einen wachschlafartigen Zustand und die Gastgeber stellten den alten Abstand wieder her (11:27,15.). Ingram probierte, was nur ging. Und es half zunächst. Denn seine Schützlinge verkürzten erneut (21:30, 18.) und somit sah der Halbzeitstand von 23:35 nicht mehr ganz so erschreckend aus wie die ersten zehn Minuten.

Nach einer Pausenansprache, die sich gewaschen hatte, schien der BBVL wacher, kam sogar bis auf 29:37 (24.) heran. Hoffnung keimte bei den wenigen mitgereisten Leipziger Fans, die sich bis dato lieber die Hände vor die Augen hielten, als sich das Debakel anzuschauen. Dennoch ließen die Eagles auch in dieser Phase des Spiels zu viele Chancen ungenutzt. Doch statt der Wende kamen Amanda Lassiter und Anita Teilane auf. Obwohl das Duo sogar einige Einladungen zum Punkten liegen ließ, stand es kurz vor Ende des dritten Viertel wieder 33:47.

Nun stecken die Adler mitten im Abstiegsstrudel und das Sachsenderby gegen den Tabellenletzten Chemnitz am Samstag (19 Uhr, Brüderstraße) wird zum absoluten Endspiel.