Bedarf an Pflegekräften in Sachsen wächst weiter

Schon 3000 Stellen unbesetzt. Branche kämpft gegen Abwanderung und für den Erhalt der Ausbildung zum Altenpfleger. +++

Immer weniger Pflegekräfte für immer mehr Pflegebedürftige! Diese düstere Prognose ist das Kernthema des Fachtags „Zukunft Beruf Altenpflege“ bei der Arbeiterwohlfahrt in Leipzig. In Kursen und Vorträgen werden die aktuellen Probleme erörtert und festgehalten. Fest steht aber schon jetzt: Um die 140.000 Sachsen sind derzeit pflegebedürftig, insgesamt fehlen im Freistaat schon etwa 3000 Fachkräfte. Das liegt laut Jaqueline Kallé vom Bundesverband der privaten Pflegeanbieter in Sachsen vor allem an der Abwanderung, aber auch an den niedrigen Löhnen. Der finanzielle Aspekt ist jedenfalls nicht zu unterschätzen. So verdient ein Altenpfleger im dritten Lehrjahr in Sachsen – je nach Arbeitsstelle – etwa 500 Euro. In den alten Bundesländern richten sich sich die Arbeitgeber schon eher nach den Vergütungen im öffentlichen Dienst und zahlen teilweise über 1000 Euro. Aber auch die Politik macht es der Branche schwer. So wurde im neuen Koalitionsvertrag vereinbart, dass die Ausbildungen in den Bereichen Kinderpflege, Krankenpflege und Altenpflege zusammen gelegt werden. Das „Bündnis für Altenpflege“ befürchtet, dass dadurch die Qualität der Betreuung leidet.
Die AWO wirbt mittlerweile sogar im Kino für die Ausbildung zum Altenpfleger. Zu sehen ist der Spot auch unter www.awo-ausbildung.de