Begehungen – Enttäuschung am Eröffnungstag

Soeben erreichte uns diese Pressemitteilung von der Pressesprecherin der Begehungen, Eva-Maria Gräfer:

„Als wir heute gegen 18 Uhr das Tor der ehemaligen JVA für die BEGEHUNGEN 2011 öffneten, lag bereits ein sehr turbulenter und bewegter Tag hinter uns.

Viele der über 100 Besucher , die bereits voller Freude und Spannung vor dem Tor versammelt waren, mussten wir enttäuschen: Es war uns nicht möglich, das Festival wie geplant zu eröffnen. Zwar findet das Rahmenprogramm aus Literatur, Film und Musik heute statt, allerdings im Innenhof und nicht wie geplant im Gebäude. Die Ausstellung im Gebäude bleibt heute komplett geschlossen. Wir haben uns für diesen Schritt entschieden, da die Besucher ansonsten fast die Hälfte der ausgestellten Arbeiten nicht hätte sehen können.

Was dieser Geschichte vorausging:

Bereits am 14. Juli hatte der Begehungen e. V. fristgerecht beim Ordnungsamt einen Antrag für die Veranstaltung gestellt. Am 26. Juli wurden wir per Mail darauf hingewiesen, dass wir in diesem Jahr einen Bauantrag zur temporären Umnutzung des Gebäudes stellen müssen. Am 02. August wurde dieser Antrag einem Mitarbeiter des Bauamtes bei einem Ortstermin in der ehemaligen JVA persönlich ausgehändigt. Nach Begehung des Veranstaltungsbereichs stellte das Bauamt Nachforderungen, deren Inhalt u.a. eine detailliertere Version des bereits von uns erstellten Sicherheitskonzepts, eine automatische Notbeleuchtung und die Kennzeichnung von Rettungswegen betraf. Am 04. August erhielt das Bauamt die geforderten Informationen. Bis zum 11.08 erhielten wir keine Rückmeldung vom Bauamt. Dann wurde uns mitgeteilt, dass ?gerade mehrere Veranstaltung gleichzeitig drücken?, weshalb eine frühere Rückmeldung nicht möglich gewesen wäre. Ferner wurden wir in Kenntnis gesetzt, dass die Prüfung unseres Antrags noch laufe und eventuell eine Personenbeschränkung für das Gebäude erlassen würde. Gestern dann, am 17.08. erhielten wir eine E-Mail, in der uns mitgeteilt wurde, dass die Nutzung des Ausstellungsbereichs im 1. Stock nicht genehmigt werden würde, eine Vorabversion der Auflagen für die Veranstaltung schickte man uns erst gegen Abend per Mail zu. Heute dann, zwei Stunden vor der lange geplanten Eröffnung der Begehungen 2011, bekamen wir persönlich den abschließenden Bescheid überreicht. Bei der erneuten Begehung des Veranstaltungsorts durch das Bauamt und erstmals auch der Feuerwehr wurde uns erstmalig mitgeteilt, dass wir den 1. Stock des Gebäudes nicht nutzen dürfen, bis wir einen zweiten Fluchtweg geschaffen hätten. Wären wir früher über die Auflagen in Kenntnis gesetzt worden, wäre uns genug Zeit verblieben, diese umzusetzen.

Momentan arbeitet das Organisationsteam daran, diesen Fluchtweg durch den Anbau einer Außentreppe zu schaffen. Dazu muss ein Baugerüst installiert und die Gitter am Fenster des Gebäudes abgenommen werden. Wir arbeiten derzeit daran, bis morgen um 14 Uhr die an uns gestellten Auflagen umzusetzen und mit einem Tag Verspätung auch die Ausstellung der Begehungen 2011 der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“