Bereits 10.000 Besucher beim Kirchweihfest der Frauenkirche

Seit dem 22. Oktober begeht die Frauenkirche Dresden mit Festtagen die Vollendung der ersten Dekade ihres Bestehens. Besucher aus Nah und Fern feierten bei Gottesdiensten, Konzerten und Besichtigungsangeboten mit. +++

 

Anlässlich des Kirchweihsonntags fand am Morgen ein Festgottesdienst statt. 1.350 Besucher füllten das Kirchenschiff und die Emporen bis hoch hinauf. Gestaltet wurde der Gottesdienst von den beiden Pfarrern der Frauenkirche, Canon Sarah Hills aus Coventry und den Klangkörpern der Frauenkirche. Die Predigt hielt der sächsische Landesbischof Dr. Carsten Rentzing, der erstmals in der Kanzel der Frauenkirche zu hören war.

Dieser erinnerte daran, dass trotz der für eine Kirche kurzen Zeitspanne von 10 Jahren Anlass zu großer Freude und Dankbarkeit bestehe. Es habe sich erwiesen, dass die Frauenkirche für Verkündigung der Friedens- und Versöhnungsbotschaft ein besonders geeigneter Ort sei, weil sie zum Symbol für die Versöhnung ehemaliger Kriegsgegnergeworden ist und weil sie als Gotteshaus für die Begegnung mit dem christlichen Glauben stehe. Mit deutlichen Worten wandte er sich an die, „die in diesen Tagen ihre Herzen vor der Not der Mitmenschen verschließen, die in ihrer Sprache gefährlich verrohen und damit mit dem Feuer spielen“. Ihnen wolle er entgegnen: „Wir werden als Kirche Jesu Christi nicht stumm danebenstehen, wenn geistige Brandstifter durch unser Land ziehen und eine Stimmung des Unfriedens und der Unversöhnlichkeit sich ausbreitet. Wir werden Lichter der Menschlichkeit entzünden,  wir werden den Ruf des Friedens und der Versöhnung dagegensetzen.“

Besonderer Gruß aus Coventry

Eine besondere Geste kam von der Partnergemeinde der Kathedrale in Coventry. Neben einem Grußwort überbrachte der dortige Bischof Dr. Christopher Cocksworth im Gottesdienst ein Geschenk: ein Kunstwerk, das die Verbundenheit der beiden Kirchen verdeutlicht.

Am Nachmittag stand die Kirche zu einem festlichen Kirchweihnachmittag offen. Zahlreiche Menschen nutzten die Gelegenheit, die Kirche bei Wort und Klang kennen zu lernen. Für den Abend ist in Analogie zur Kirchweihe 2005 ein ökumenischer Gottesdienst geplant, in dem der Bischof von Coventry predigt und auch der Dekan der Kathedrale Dresden, Norbert Büchner sowie der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Dresden, Alexander Nachama, mitwirken.

Festtage begannen am Donnerstag

Die Festtage waren am Donnerstag mit einem Konzert des Chores der Frauenkirche und dem ensemble frauenkirche unter der Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert eröffnet worden. Einen weiteren musikalischen Höhepunkt setzte das gemeinsam mit den Dresdner Musikfestspielen veranstaltete und fast bis auf den letzten Platz ausverkaufte Konzert des Orpheus Chamber Orchestra am Samstagabend.

Am Morgen hatte die Kirche für junge Besucher einen Familienvormittag veranstaltet, bei dem Kirchenclown Leo die Schöpfungsgeschichte kindgerecht künstlerisch vermittelte. Bereits am Freitag hatte Kurt Biedenkopf in einem Festvortrag die Bedeutung der Frauenkirche als Lernort des Friedens herausgearbeitet.

Auch die kommende Woche steht im Zeichen des Kirchweihfestes

Noch bis zum Reformationstag bietet die Frauenkirche unterschiedlichste Begegnungsmöglichkeiten aus Anlass des Kirchweihjubiläums. Die mittäglichen Andachten sind mit der Sonderthemenreihe zur Festdekade »Orgelklang – geistliche Besinnung – Bau und Botschaft der Frauenkirche« gestaltet. An die Abendandachten schließen sich zentrale Kirchenführung zum Sonderthema »Wiederaufbau« an, die u.a. durch Eberhard Burger und Pfarrer Stephan Fritz gestaltet werden. Junge Menschen nehmen am Donnerstag beim »Peace to go«-Abend die Unterkirche in ihren Besitz. Musikliebhaber können den Moskauer Kathedralchor und Ensemble Ludwig Güttlers erleben. Die Orgel erklingt mehrfach und ist auch Ziel von Sonderführungen an sonst verborgene Orte, wie auch die acht Glocken in den Glockenstuben.

Quelle: Stiftung Frauenkirche Dresden