Bericht der Stadt Leipzig: Aktives Zins- und Schuldenmanagement erbringt 9,8 Mio. Euro Unterschreitung der geplanten Zinsausgaben

Im vergangenen Jahr unterschritt die Stadt Leipzig die geplanten Zinsausgaben um 9,8 Mio. Euro. Dies geht aus dem Bericht der Stadtkämmerei zum Zins- und Schuldenmanagement der Stadt Leipzig im Jahre 2010 hervor.

„Die deutliche Unterschreitung der geplanten Zinsausgaben zeigt den Erfolg des aktiven Zins- und Schuldenmanagements der Stadt Leipzig“, erläutert Torsten Bonew, Bürgermeister und Beigeordneter für Finanzen.

Ein erfolgreiches aktives Zins- und Schuldenmanagement basiert auf einem großen Kontrahentenkreis. Bei Kreditausschreibungen werden in der Regel circa 20 Geschäftspartner angeschrieben. Auf diese Weise kann neben dem besten Angebot stets ein breiter Marktüberblick gewonnen werden. Die Kontrahentenliste wird ständig gepflegt. Die bestehende Verteilung de Kreditvolumen auf die einzelnen 16 Geschäftspartner der Stadt Leipzig belegt diese Vorgehensweise. Aktives Zins- und Schuldenmanagement bedeutet eben auch das Halten einer breiten Gläubigerbasis weg vom herkömmlichen
„Hausbankprinzip“.

Neue Kredite wurden im Haushaltsjahr 2010 lediglich 40 Mio. Euro auf Haushaltseinnahmereste aus dem Jahr 2008 aufgenommen, die sonst mit der
Haushaltsgenehmigung 2010 verfallen wären. Da eine ursprüngliche Kreditaufnahme von circa 104,8 Mio. Euro geplant war, verbleibt eine nicht ausgeschöpfte Kreditermächtigung von 64,8 Mio. Euro. Mit dem Jahresabschluss 2010 wird es zu einer Haushaltseinnahmerestbildung von ca. 61,9 Mio. Euro kommen. Circa 2,9 Mio. Euro sind noch in Abgang zu bringen.

Die Verschiebung der Kreditneuaufnahme resultiert, wie bereits in den Vorjahren, aus den erheblichen Rückständen in der planmäßigen Realisierung der Investitionsvorhaben. Dass die Kreditaufnahme in die folgenden Haushaltsjahre verschoben wird, ist ebenfalls Ausdruck der bis dato anhaltenden guten Liquiditätslage der Stadtkasse.

Die Verschuldung der Stadt Leipzig begann 1992 und erreichte ihren Höchststand Ende 2004 mit einem Schuldenstand von 911,6 Mio. Euro In den darauffolgenden Jahren ist die Verschuldung kontinuierlich abgebaut worden, wobei der größte Sprung in 2009 unter anderem durch Rückzahlung der Stadtanleihe von 100 Mio. Euro gemacht wurde. Zum 31. Dezember 2010 bestand das Kreditportfolio aus 101 Krediten mit einem Volumen von ca. 715,8 Mio. Euro. Der Schuldendienst (ohne Umschuldung) betrug zum 31. Dezember 2010 insgesamt circa 68,5 Mio. Euro, davon erfolgten Ausgaben für Tilgung in Höhe von circa 46,7 Mio. Euro und für Zinsen in Höhe von 21,8 Mio. Euro.

Von 2010 zu 2011 steigt der Schuldenstand der Stadt Leipzig um die Netto-Neuverschuldung von plus 28,1 Mio. Euro von 715,8 Mio. Euro auf 743,9 Mio. Euro.