Berolina-Elefanten tröten zum letzten Mal in Leipzig

Der Zirkus Berolina ist bis auf Weiteres der letzte Zirkusbetrieb, der in Leipzig mit Wildtieren auftreten darf.

Wie vor Kurzem berichtet, hat der Stadtrat beschlossen, dass Zirkusbetriebe, die exotische Tiere halten nicht mehr auf städtischen Flächen gastieren dürfen.

Eine letzte Chance erhält nur der Zirkus „Berolina“. Laut Medienberichten sei der Pachtvertrag mit dem Zirkus bereits rechtskräftig und darf deshalb nicht aufgelöst werden. In ca. drei Wochen wird „Berolina“ auf dem Gelände am Cottaweg seine Zelte aufbauen. Innerhalb der Show dürfen die Veranstalter dann auch die Dressuren der Elefanten und Giraffen zeigen.

Ob der Beschluss des Stadtrates muss vom Marktamt allerdings noch geprüft werden. Nach langer Debatte hatte die Mehrheit des Gremiums sich dafür ausgesprochen keine kommunalen Flächen mehr an Betriebe zu verpachten, die bestimmte exotische Arten und Wildtierarten mit sich führen.

Ausgelöst wurde die Debatte von einer Petition, die Tierrechtler ins Leben gerufen hatten. Mehr als 3000 Menschen hatten gefordert, Zirkusse mit Wildtieren aller Art aus der Stadt zu verbannen. Betriebe, die mit Affen, Elefanten, Großbären, Nashörnern, Flußpferde oder Giraffen arbeiten, sind bis auf Weiteres in Leipzig nicht mehr gestattet.

Zu klären bleibt allerdings noch, ob der Stadtratsbeschluss rechtskräftig ist. Laut Ordnungsdezernat liegt die Entscheidung für eine solche Regelung nicht bei der Stadt, sondern beim Bund. Dieser hat bisher kein entsprechendes Verbot ausgesprochen.

Für die meisten betroffenen Unternehmen würde das Verbot der Haltung von Wildtieren einen tiefen Einschnitt in das Tagesgeschäft bedeuten, macht der Einsatz exotischer bzw. Wildtiere laut Medienberichten ca. 40% des Programms aus.

Deutschlandweit hatten sich bereits 40 weitere Städte für ähnliche Regelungen eingesetzt. In Leipzig gibt es bisher keine weiteren Verträge mit Zirkusunternehmen, die Wildtiere unterhalten. Verschiedene Zirkus-Firmen kündigten allerdings an, mit Klagen gegen den Beschluss des Stadtrates vorzugehen.