Berufliche Online-Weiterbildung – Warum jetzt die passende Zeit ist

Die Corona-Pandemie scheint Deutschland fest im Griff zu haben. Auch, wenn andere Länder teilweise deutlich höhere Infektionszahlen melden, steht das gesellschaftliche Leben deutschlandweit still – auch viele wirtschaftliche Zweige sind betroffen. Höchste Zeit, umzudenken: Wie Online-Weiterbildungen in Corona-Zeiten Arbeitsplätze sichern können und dabei helfen, gestärkt auch der Krise herauszugehen.

Momentan gibt es bereits erste Auswirkungen des Corona-Virus auf den Wirtschaftssektor. So ist im April 2020 in Leipzig die Zahl der Arbeitslosen deutlich gestiegen. Viele Menschen haben jedoch nicht nur mit Arbeitslosigkeit zu kämpfen, auch der geringere Lohn infolge von unvermeidbarer Kurzarbeit drückt aufs Gemüt. Mit einem Zuschuss zur Ausbildungsvergütung hat das Arbeits- und Wirtschaftsministerium bereits erste wichtige Schritte eingeleitet. Doch es gibt noch mehr, das dabei helfen kann, die aktuelle Pandemie auch als Chance zu betrachten. Mit einer Online Weiterbildung können Arbeitnehmer die Möglichkeit nutzen, Kompetenz, Fachwissen und Qualifikationen auf den neuesten Stand zu bringen.

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Online-Weiterbildungen bieten viele Vorteile

Wenn man plötzlich zuhause bleiben kann, gibt es mehrere Optionen. Netflix ist eine davon – doch mit der Zeit können Serienmarathons langweilig werden. Und warum nicht die frei gewordene Zeit nutzen, um am persönlichen Weiterkommen zu arbeiten? Wie eine Umfrage von Bitkom zeigt, nutzte 2018 fast die Hälfte der Bundesbürger digitale Lernmittel zur privaten Weiterbildung. Möglichkeiten gibt es dabei viele. Sowohl Smartphone-Apps als auch Webinare und Online-Vorlesungen stellen eine praktische Alternative zu klassischen Weiterbildungsformaten dar. Kein Wunder, bieten sie doch einen entscheidenden Vorteil: sie ermöglichen ein zeit- und ortsunabhängiges Lernen.

Welche Fortbildungsmöglichkeiten gibt es während Corona?

In Zeiten der Corona-Krise bieten Online-Kurse außerdem oftmals die einzige Fortbildungsmöglichkeit. In den letzten Wochen wurden reihenweise Seminare und Workshops abgesagt. Doch ein großer Weiterbildungsbedarf besteht dennoch. Dank Online-Weiterbildungsmöglichkeiten muss man sich bei einem direkten Kontakt mit anderen Menschen weder einem Infektionsrisiko aussetzen, noch auf die berufliche und persönliche Weiterentwicklung verzichten. Wir zeigen, welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt, sich in Corona-Zeiten fortzubilden.

Zunächst einmal muss geklärt werden, welche Art von Weiterbildung durchgeführt werden soll. Hierbei werden nachfolgende drei Arten unterschieden:

1. Erhaltungsqualifizierung: Diese Weiterbildung dient dazu, die Arbeitsfähigkeit im eigenen Aufgabengebiet zu erhalten.

2. Anpassungsqualifizierung: Bei dieser Weiterbildung lernen die Teilnehmer, wie sie die veränderten Anforderungen an ihre eigene Arbeit erfüllen können.

3. Aufstiegsqualifizierung: Wer andere bzw. höherwertigere Aufgaben im Betrieb übernehmen möchte, kann sich für eine Aufstiegsfortbildung entscheiden.

Innerhalb dieser drei Weiterbildungsarten wird nochmal in die berufsbezogene und in die betriebliche Weiterbildung unterschieden. Bei der berufsbezogenen Qualifizierung muss bei den Lerninhalten ein Bezug zu einer aktuellen oder einer zukünftigen Tätigkeit bestehen. Dahingegen handelt es sich bei betrieblicher Weiterbildung um Qualifizierungsmaßnahmen, die direkt vom Unternehmen veranlasst werden.

Steht fest, welche Art von Weiterbildung am sinnvollsten ist, wird es Zeit, sich mit den Arten der digitalen Weiterbildung zu beschäftigen. Aktuell stehen folgende digitale Lernmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Content Sharing: Mittlerweile bieten viele Plattformen im Internet Skripte oder Schulungsunterlagen an. Mit diesen kann man sich neues Wissen aneignen. Angeboten wird sowohl kostenfreier als auch kostenpflichtiger Content.
  • Learning Communities: Hier treffen Lerngemeinschaften zusammen, die sich mit bestimmten Themen befassen. Über videobasierte Kurse tauschen diese Gemeinschaften ihr Wissen untereinander aus.
  • Blended Learning: Das Blended Learning ist eine spezielle Kombination aus digitalem und klassischem Lernen. Eine Variante sind Online-Kurse, die durch Präsenzveranstaltungen ergänzt werden.
  • Live-Online-Seminare: Wer zuhause lernen möchte, aber die Interaktion mit anderen braucht, für den sind Online-Seminare im Live-Modus eine gute Entscheidung. Typisch für diese Weiterbildung ist, dass Lerninhalte live und online vermittelt werden. Dabei kommen kreative und interaktive Methoden zum Einsatz.
  • Webinare: Über das Internet abrufbare Vorträge ohne aktive Beteiligung. Ein großer Vorteil bei dieser Variante ist, dass man sich nicht nach einem festen Zeitplan richten muss. Man bestimmt ganz einfach selbst, wann und wie lange man sich mit den Kursinhalten beschäftigen möchte.

Gibt es Weiterbildungsförderung in Corona-Zeiten?

Steht die Entscheidung für eine Weiterbildung, stellt sich die Frage nach der Finanzierung. Hier haben Arbeitnehmer, Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitnehmer sowie Berufsrückkehrer verschiedene Möglichkeiten. Die beliebtesten Fördermöglichkeiten sind der Bildungsgutschein und der Vermittlungs- und Aktivierungsgutschein (AVGS).

Weil persönliche Beratungen zu diesen Fördermöglichkeiten momentan nicht durchgeführt werden können, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein alternatives Konzept ausgearbeitet. Dank telefonischer Beratung und elektronischer bzw. postalischer Übersendung der notwendigen Unterlagen kann auch in diesen herausfordernden Zeiten eine Fördermöglichkeit über den Bildungsgutschein sichergestellt werden. Weil Prämiengutscheine per E-Mail übermittelt werden, sind sie auch ohne Unterschrift gültig. Geplant ist, dieses Verfahren bis zum 31. August 2020 anzubieten.

Und wie sieht es mit Weiterbildungsmaßnahmen aus, die aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden? In diesen Fällen kann ein bereits ausgestellter Prämiengutschein länger als angegeben eingesetzt werden. Er hat auch dann noch Gültigkeit, wenn der Kurs zu einem späteren Zeitpunkt beim gleichen Anbieter nachgeholt wird. Fallen Weiterbildungen hingegen

komplett aus, können ungenutzte Bildungsgutscheine umgetauscht werden. Betroffen sind hiervon Gutscheine mit Ausstellungsdatum ab dem 1. Oktober 2019.

Weiterbildung während Kurzarbeit

Aufgrund der weltweiten Krankheitsfälle durch das Corona-Virus haben viele Betriebe in den letzten Wochen Kurzarbeit angemeldet. Dies bedeutet sowohl für das Unternehmen als auch für seine Mitarbeiter große Einschnitte. Doch es gibt die Möglichkeit, diese Zeit für Weiterbildungsaktivitäten zu nutzen. Grundlage für eventuelle Förderungen ist das Qualifizierungschancengesetz.

Sofern alle Förderkonditionen erfüllt werden, sind Kurzarbeitende grundsätzlich förderfähig. Neu ist, dass das Kurzarbeitergeld bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens nicht mehr berücksichtigt wird, da es eine Lohnersatzleistung der Bundesagentur für Arbeit darstellt und damit steuerfrei ist. Beantragt werden kann die Förderung sowohl von Arbeitnehmern als auch von Arbeitgebern.

Online-Weiterbildung im Home-Office

Dank dem World Wide Web ist eine weltweite Vernetzung möglich. Insbesondere in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie kann dies genutzt werden, um beruflich nicht auf der Strecke zu bleiben. Sobald die Krise überstanden ist, müssen sich Arbeitnehmer wieder in ihrem Job beweisen. Wer dann mit Kompetenz und Wissen überzeugen kann, dem eröffnen sich neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Online-Weiterbildungen stellen eine einfache Möglichkeit dar, Wissen aufzufrischen oder neue Kompetenzen zu erwerben. Alles, was Teilnehmer dafür brauchen, ist eine Internetverbindung sowie ein Laptop mit Lautsprecher und Mikrofon, ggf. eine Kamera. Eine spezielle Software muss für digitale Weiterbildung meistens nicht genutzt werden. Das ermöglicht jedem den Zugang zu beruflicher Online-Weiterbildung.