Besucheransturm bei den Museen der Stadt Dresden

Dresden - Mit über 200.000 Besuchern haben die Museen der Stadt Dresden 2019 einen erneuten Besucherzuwachs verzeichnen können. Es kamen im vergangenen Jahr zehn Prozent mehr Menschen aus Dresden und  dem In- und Ausland, um die zahlreichen Ausstellungen in den verschiedenen Häusern des Museumsverbundes zu sehen. Auch in diesem Jahr sind viele Sonderausstellungen geplant.

© David Pinzer
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© Nora Mesaros

Hier einige ausgewählte Ausstellungen bei den Museen der Stadt Dresden in diesem Jahr.

Stadtmuseum

 

14.3. bis 5.7.2020

Dresdner Philharmonie International

Porträtfotos musikalischer Gäste von Frank Höhler

Dieses Jahr feiert die Dresdner Philharmonie ihr 150-jähriges Bestehen. Ihre Heimat ist Dresden, aber Tourneen im In- und Ausland gehören schon immer zum Profil des Orchesters. Außerdem treten internationale Stars in den Konzerten der Dresdner Philharmonie auf. Diese hat Frank Höhler zwischen 1988 und 2010 in Porträtfotos festgehalten, die in der Ausstellung präsentiert werden. Das Besondere an den Aufnahmen ist, dass diese bei den Proben entstanden sind, denn nur da ergab sich für den Fotografen die Möglichkeit der Annäherung. So entstanden sehr persönliche individuelle Momentaufnahmen. Eine Ausstellung in Kooperation mit der Deutschen Fotothek/SLUB Dresden und der Dresdner Philharmonie

© Rudolf Barschai
© Franz Zadniček

12.9.2020 bis 10.1.2021

TABAKRAU(S)CH an der Elbe. Geschichten zwischen Orient und Okzident

Im Jahr der Industriekultur in Sachsen wird am Beispiel der Tabakhauptstadt Dresden der Massenkonsum im Industriezeitalter in den Blick genommen. Hier entstanden die erste deutsche Zigarettenfabrik und mit der „Yenidze“ der berühmteste Reklamebau Europas. Dresden war Sitz von Industriellenverbänden und des Instituts für Tabakforschung, Verlagsort für Fachblätter und Zentrum des Orienttabakhandels in Mitteleuropa. Innovationen waren die Strangmaschine, der Zigarettenfilter und die Werbekunst der Moderne. Eine vergleichbare Bedeutung hatte Dresden bei der Zurückdrängung des Tabakkonsums. Der Gründung des Bundes deutscher Tabakgegner (Wohnsiedlung in Leubnitz) folgten die Erkenntnisse des Mediziners Fritz Lickint, worauf wiederum die Gesundheitskampagnen des Deutschen Hygiene-Museums fußten. Gemeinschaftsprojekt mit dem Sächsischen Industriemuseum Chemnitz

28.11.2020 bis 28.2.2021
Von Weihrauch bis Räucherkerze. Räuchern in Bräuchen und Ritualen
Der Duft von Räucherkerzen, den qualmende Räuchermänner ausströmen, gilt heute als typisch für die Adventszeit. Das Aufstellen der rauchenden Kegel aus Kohle und Weihrauchharz gehört wohl seit 200 Jahren zu den Weihnachtsbräuchen unserer Region. Doch wie fand das orientalische Harz des Weihrauchbaums Eingang in die hiesigen Bräuche? Die Ausstellung verfolgt den Weg des Weihrauchs vom Räucheropfer in der Antike über die Verwendung in der christlichen Kirche seit dem 4. Jahrhundert bis zum gegenwärtigen Gebrauch in der Adventszeit.

© Sophie Arlet
© Michael Belogour

Städtische Galerie

 

8.2. bis 10.5.2020

Frank Lippold. Die heimliche Perspektive

Seit 1994 setzte sich Frank Lippold auf ganz besondere Weise mit der Technik des Holzschnitts auseinander. Ausgehend vom klassischen Druckverfahren entdeckte er die ästhetische Eigenwertigkeit der beschnitzten Druckplatten und begann, auf diesen mit Holzschnittwerkzeugen zu „zeichnen“. Ausgehend von Architekturmotiven und Bildern der Landschaft entwickelte er Fragmentierungen sowie multiperspektivische und anamorphotische Abstraktionen und bezog mit farbigen Grundierungen seiner Bildträger die Malerei mit ein. Unsere Ausstellung zeigt den schrittweise aufeinander aufbauenden Weg des Künstlers seit den 1990er Jahren zu seiner neuesten Werkgruppe mit gegenstandsfreien Motiven.

Technische Sammlungen Dresden

25.4. bis 5.7.2020

Critical Care. Architektur und Urbanismus für einen Planeten in der Krise

Sonderausstellung des Architekturzentrums Wien
Die Ausstellung veranschaulicht die Projekte mit großformatigen Bilderzählungen, Modellen und Objekten. Filme und kurze Videos vermitteln Hintergründe zu den Entstehungsprozessen und lassen die vielfältigen Akteurinnen und Akteure zu Wort kommen. Verbindende Analyseraster ermöglichen die Vergleichbarkeit und zeigen Zusammenhänge zwischen den Fallbeispielen aus mehreren Kontinenten.

© Wang Ziling
© Robert_Thiele

Kunsthaus Dresden

1.2. bis 15.2.2020 im Dresdner Stadtraum

#WOD Mobil - REQUIEM FÜR DIE ZUKUNFT

Ein gemeinsames mobiles Vermittlungsformat von #WOD zu aktuellen Perspektiven des Gedenkens und der Trauer im Dresdner Stadtraum

Der Gedenkbus mit einer fahrenden Ausstellung, thematischen Stadtrundfahrten und einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm rund um das Thema Trauer und Gedenken. Requiem für die Zukunft ist ein Projekt zu aktuellen Perspektiven des Gedenkens vor dem Hintergrund des 75. Jahrestages der Kriegszerstörung des Dresdens im Februar 1945 und dem Gedenken in Europa und weltweit, gemeinsam auf den Weg gebracht und organisiert durch den offenen Zusammenschluss Dresdner Kultureinrichtungen #WOD Weltoffenes Dresden.

Leonhardi-Museum Dresden

21.3. bis 1.6.2020

Petra Kasten "Struktur der Materie"

Zeichnungen und Malerei

Die Ausstellung präsentiert ausgewählte Werke der Malerei und Zeichnung aus den letzten drei Jahrzehnten. Die Künstlerin beschäftigt sich in diesen Arbeiten mit ihren subjektiven Vorstellungen von Mustern, Ordnungen sowie Unregelmäßigkeiten in unserer dinglichen oder auch optisch verborgenen Welt, denen sie sich, ausgehend von Fundstücken, im kleinen und großen Format und in Serien nähert. Es erscheint ein Katalog.

© Museen der Stadt Dresden
© Dr. Klausjörg Herrmann

Carl-Maria-von-Weber-Museum

14.5. bis 17.9.2020

Komponieren beim Spazieren“

Entstehung eines Silhouettenfilms für Kinder über Carl Maria von Weber und den „Freischütz“

Anlässlich der Integration eines Silhouettenfilms zu C. M. v. Weber und seiner Oper „Der Freischütz“ in den neugestalteten Hörraum wird es im Museum eine Kabinettausstellung geben. Der Film soll den jungen Besuchern auf ästhetisch ansprechende und dem Stil der damaligen Zeit nachempfundene Weise Einblicke in Webers Leben als Komponist, Kapellmeister und Familienmensch vermitteln. Für dieses Vorhaben konnten wir dankenswerter Weise Herrn Dr. Klausjörg Herrmann, weltweit der letzte Silhouettenfilmemacher, von der Fa. Mediahaus Kreischa gewinnen. Er steht in der Tradition von Lotte Reiniger, die 1919 den ersten mit Scherenschnittfiguren animierten Film auf die Leinwand brachte. Die Ausstellung zu seiner Arbeit am Film wird Dr. Klausjörg Herrmann selbst gestalten.

Kügelgenhaus - Museum der Dresdner Romantik

Vor 200 Jahren

Vor 200 Jahren fiel Gerhard von Kügelgen einem Raubmord zum Opfer. Sein 17-jähriger Sohn fand den toten Vater 180 Schritte oberhalb des Marcolinischen Vorwerkes. Heute erinnert eine Gedenktafel an diese Stelle. Die Veranstaltungen im März werden auf Leben, Werk und vorzeitigen Tod eingehen. Seit 2001 liegt ein repräsentatives Werkverzeichnis vor. Inzwischen sind einige bisher als verschollen bezeichnete oder unbekannte Werke Gerhards von Kügelgen aufgetaucht. Die Autorin Dorothee von Hellermann wird am 25. März eine Auswahl vorstellen und erläutern. Im Mittelpunkt wird dabei das bisher verschollene Porträt des Literaten Johann Wilhelm Leis (1768 - 1808) stehen, der eine wichtige Rolle in der Dresdner Frühromantik spielte. Am Todestag laden wir zu einem Spaziergang auf dem Alten Katholischen Friedhof ein und am Abend erzählt Lutz Reike aus dem Leben des Malers unter dem Titel "Ein Mann von seltener Herzensgüte", ein Zitat aus den “Jugenderinnerungen” seines ältesten Sohnes Wilhelm von Kügelgen.

© Museen der Stadt Dresden
© Museen der Stadt Dresden

Palitzsch-Museum

Archeo-Pfad Dresden – Kulturhistorischer Rundwanderweg am Geberbach

Der „Archeo-Pfad Dresden – Kulturhistorischer Rundwanderweg am Geberbach“ entstand durch die Initiative einer Gruppe um den Nickerner Heimatforscher Steffen Bösnecker sowie einen Stadtratsbeschluss vom April 2014 und in enger Zusammenarbeit des Stadtbezirksamtes Prohlis mit dem
Palitzsch-Museum, dem Heimatverein Prohlis e. V. und dem Landesamt für Archäologie Sachsen. Auf den elf im urbanen Raum aufgestellten Info-Stelen wird in Text und Bild über die an diesen Orten im Dresdner Süden ausgegrabenen archäologischen Objekte bzw. dortigen Geschehnisse informiert. Jede Stele steht topografisch wie inhaltlich für sich. Der Zeitstrahl unter der Überschrift bietet schnelle chronologische Orientierung. Ein QR-Code führt zu ausführlicheren Informationen über das jeweilige Thema. Das ebenfalls zum „Archeo-Pfad Dresden“ vom Landesamt für Archäologie Sachsen herausgegebene Archaeonaut-Heft 13 bietet weitere Einblicke in die Archäologie und Geschichte der Region.

Quelle: Museen der Stadt Dresden