Betreiberkonzept für Erfenschlager Freibad übergeben

Chemnitz – Der „Bürgerverein für Erfenschlag“ hat am Mittwochabend sein Betreiberkonzept für den Wiederbetrieb des Sommerbades Erfenschlag an die Stadtratsfraktionen übergeben.

Seit der Saison 2015 ist das Sommerbad Erfenschlag nun bereits geschlossen. Die Stadt Chemnitz plante, das Becken sowie die Gebäude abzureißen und das Gelände zu renaturieren. Doch die Verwaltung hatte nicht mit der Hartnäckigkeit der Erfenschlager Bürger gerechnet, die um ihr geliebtes Freibad kämpften.

Mit Erfolg – denn im Februar beschloss der Chemnitzer Stadtrat, dass das Grundstück in die Hände der Freibadretter übergehen soll. Diese Entscheidung ist aber an mehrere Bedingungen geknüpft, so beispielsweise an ein tragfähiges Betreiberkonzept. Dieses wurde am Mittwochabend im „Mediterraneum“ am Erfenschlager Sportlerweg vorgestellt. Neben Vereinsmitgliedern waren auch Vertreter von Stadtratsfraktionen vor Ort.

Im Mittelpunkt des Papiers stehen dabei notwendige bauliche Anstrengungen. So müssen unter anderem Ausbesserungen am seit drei Jahren leerstehenden Becken vorgenommen und eine verbesserte Frischwasserzufuhr hergestellt werden. Außerdem ist eine neue Abwasserleitung von Nöten. Hier wollen die Akteure viel in Eigenleistung erbringen.

Insgesamt veranschlagt der „Bürgerverein für Erfenschlag“ rund 600.000 Euro für die Sanierungsarbeiten. Die Hälfte davon soll aus dem Haushalt der Stadt fließen, inklusive von mehr als 60.000 Euro an Wiederaufbaumitteln aus dem Hochwasserhilfsfonds. Beim Kaufpreis hoffen die Erfenschlager, dass ihnen die Stadt das Areal für einen symbolischen Euro überlässt.

Zum Betrieb des Freibades soll in den kommenden Wochen eine gemeinnützige GmbH gegründet werden. Diese will dann schnellstmöglich mit den notwendigen Arbeiten beginnen, sodass dass Sommerbad schon 2018 wieder geöffnet werden kann. Vorsichtig wird mit 7.000 bis 8.000 Badegästen pro Jahr geplant. Durch die Anbindung an das „Chemnitzer Modell“ werden zukünftig auch mehr Besucher erwartet. Das Gelände soll unter anderem durch verbesserte Sanitäranlagen und einen zusätzlichen Beachvolleyballplatz aufgewertet werden.

Die anwesenden Stadträte zeigten sich vom vorliegenden Betreiberkonzept durchaus angetan – nun muss es noch in der Verwaltung auf offene Ohren stoßen. Der Bürgerverein hofft, dass sein Konzept so schnell wie möglich in die Tagesordnung des Schul- und Sportausschusses aufgenommen wird. Alle Beteiligten wollen die Querelen der Vergangenheit hinter sich lassen und zügig anpacken, damit ihr Sommerbad bald wieder geöffnet werden kann.