Betrüger in Chemnitz unterwegs

Drei Chemnitzerinnen, die als Spätaussiedler mit ihren Familien seit einigen Jahren in der Stadt leben, wurden am Dienstag Opfer unbekannter Betrüger.

Alle drei Frauen erhielten den Anruf eines russisch sprechenden Rechtsanwaltes, der Geld forderte. In einem Fall soll die Tochter einer der 40-Jährigen einen Unfall verursacht haben und dabei ein Kind verletzt worden sein. Dafür wären 18.000 Euro erforderlich. Im anderen Fall täuschte der „Rechtsanwalt“ selbst eine finanzielle Notlage vor und forderte ebenfalls 18.000 Euro für die Behandlung eines Unfallopfers. Auch im dritten Fall sollte die Tochter einer 73-jährigen Geschädigten einen Unfall gehabt haben. Hier wurden 13.000 Euro gefordert.

Bei allen Anrufen waren offensichtlich bereits während des Gesprächs Boten unterwegs, die das Geld abholen sollten. So übergab eine 40-jährige Frau auf der Bruno-Granz-Straße einem Unbekannten, der sich als Bruder des Unfallopfers ausgab, mehrere tausend Euro. Bei einem erneuten Anruf wenige Zeit später waren Sohn und Tochter der Frau dabei und der Schwindel flog auf. Die andere 40-Jährige auf der Barbarossastraße war nicht allein zu Haus. Als der „Bote“ an der Tür den Ehemann erblickte, flüchtete er.

Die 73-Jährige rief sofort nach dem Telefonat bei ihrer angeblich kranken Tochter in Russland an, die erfreute sich jedoch bester Gesundheit.
Der vermeintliche Rechtsanwalt sprach Russisch als Muttersprache und versuchte offensichtlich dadurch, das Vertrauen der Geschädigten zu gewinnen.

Der flüchtende Bote war ca. 17 bis 18 Jahre alt, 1,70 m groß und schlank, hatte langes, schwarz gelocktes Haar und war dunkel bekleidet.

Die Polizei warnt vor derartig auftretenden Betrügern und weist darauf hin, sich auf keinerlei Forderungen einzulassen. Besser ist es, sofort die Polizei zu informieren.