Bewährungsstrafen im Prozess um Neonazi-Gruppe „Sturm 34“ beantragt

Gruppierung soll mehr als eine bloße Sauf- und Schlägergruppe gewesen sein

Dresden (dapd-lsc). Im Prozess um Gewalttaten der Neonazi-Organisation „Sturm 34“ hat die Staatsanwaltschaft Geld- und Bewährungsstrafen für die fünf Angeklagten gefordert. Vor dem Dresdner Landgericht sagte Staatsanwältin Beatrice Baumann am Dienstag, der Kameradschaft sei es darum gegangen, die Region Mittweida „zeckenfrei und braun“ zu machen. Die Gruppierung sei mehr als eine bloße Sauf- und Schlägergruppe gewesen.

Drei Angeklagte sollen demnach zu Bewährungsstrafen zwischen einem Jahr und acht Monaten und zwei Jahren verurteilt werden. In den beiden anderen Fällen forderte die Anklage Geldstrafen von 500 beziehungsweise 5.700 Euro.

Die Staatsanwaltschaft wirft den fünf Männern im Alter von 23 bis 31 Jahren gefährliche Körperverletzung und Gründung beziehungsweise Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vor. Die Angeklagten räumten die Vorwürfe zumindest teilweise ein, nachdem das Gericht im Falle von Geständnissen eine Strafobergrenze von maximal zwei Jahren auf Bewährung in Aussicht gestellt hatte. Bei den Angeklagten soll es sich um „Sturm 34“-Mitglieder aus der zweiten Führungsebene handeln. Die Kameradschaft war 2007 vom Innenministerium verboten worden.

dapd