Bilanz der Ordnungswidrigkeiten 2018

Dresden - Mehr Raser und mehr Müll, das ist die Bilanz bei den Ordnungswidrigkeiten 2018. Die Bußgeldbehörde strich insgesamt etwa 10 Millionen Euro ein.

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Die Landeshauptstadt hat die Bilanz der Ordnungswidrigkeiten 2018 vorgestellt. Sowohl bei den Verkehrsverstößen als auch bei den allgemeinen Ordnungswidrigkeiten ist ein Anstieg festzustellen. Insgesamt lagen damit im vergangenen Jahr 426.061 (2017: 438.190) Anzeigen zu begangenen Ordnungswidrigkeiten in der Bußgeldbehörde vor. Daraus ergeben sich rund 10 Millionen Euro an Bußgeldern und Verwarnungen (2017: 9,4 Millionen Euro).

Stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen
Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 105.300 Geschwindigkeitsverstöße, die die 21 stationären Messanlagen registrierten – 29.000 mehr als 2017. Spitzenreiter bei den Klicks der stationären Geschwindigkeitsmessanlagen in Dresden war der neue Blitzer auf der Bergstraße: 2018 überschritten hier rasante Autofahrerinnen und -fahrer die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit im Durchschnitt täglich mehr als 70 mal. Insgesamt gab es an dieser Stelle 24.258 Verstöße gegen die zugelassene Geschwindigkeit. Der schnellste Fahrer fuhr mit 94 km/h bei erlaubten 50 km/h die Bergstraße hoch und musste anschließend zwei Monate laufen. Neben dem Blitzer auf der Bergstraße sind noch zwei weitere Anlagen 2018 neu in Betrieb gegangen und verantwortlich für den Anstieg der Zahlen. Seit Oktober 2018 überwachen die Blitzer auf der Pillnitzer Landstraße und auf der Pirnaer Straße im Ortsteil Eschdorf die Einhaltung der Tempo-30-Zone. In dieser kurzen Zeit wurden bereits 5.499 (Pillnitzer Landstraße) und 4.440 (Eschdorf) Verstöße festgestellt.

Mobile Blitzer
Die mobilen Blitzer von Polizei und Ordnungsamt registrierten im vergangenen Jahr 72.874 Geschwindigkeitsverstöße (2017: 58.555). Dabei stehen immer die Sicherheit vor Schulen, Kindergärten oder auch Krankenhäusern sowie Unfallschwerpunkte im Vordergrund bei der Auswahl der Einsatzorte. Alle Verstöße zusammengerechnet waren 2018 im Durchschnitt täglich 488 Fahrzeuge auf Dresdens Straßen zu schnell unterwegs – zusätzlicher derer, die nicht geblitzt wurden. „Diese Bilanz ist erschütternd. Jeder der zu schnell fährt, ist eine Gefahr für sich und vor allem andere“, urteilt der erste Bürgermeister Detlef Sittel.

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Rotlicht-Blitzer
Die drei Rotlicht-Blitzer registrierten 2018 knapp 3.000 Verstöße. „Wer eine rote Ampel überfährt, handelt im höchsten Maß unverantwortlich und spielt im schlimmsten Fall mit dem Leben anderer Verkehrsteilnehmer“, ist sich Detlef Sittel sicher. 2017 wurden die Rotlicht-Überwachungsanlagen digital umgerüstet und waren somit nicht die gesamte Zeit des Jahres in Betrieb, was ein Vergleich der Zahlen (2017: 814) deutlich zeigt. Insbesondere auf der Bautzner Straße, ein täglicher Weg für viele Schul- und Kindergartenkinder, überfuhren im Durchschnitt täglich vier Fahrzeuge die rote Ampel stadtauswärts. Bis 2020 soll die Rotphasenüberwachung weiter ausgebaut werden und damit zu mehr Sicherheit im Verkehr beitragen. Bereits im Februar installieren Fachleute zwei Messanlagen auf der St. Petersburger Straße und der Stauffenbergallee.

Fließender Verkehr und weitere Verstöße
Die Verstöße im fließenden Verkehr, wozu neben Geschwindigkeitsüberschreitungen beispielsweise auch die Benutzung des Handys bei der Fahrt zählt, haben insgesamt zugenommen. 2018 betrug diese Zahl 203.700 (2017: 167.000). Hingegen ist die Anzahl von Anzeigen aufgrund falsch parkender Fahrzeuge auf 212.700 gesunken (2017: 264.000). Grund dafür war, dass 2018 im Durchschnitt knapp ein Drittel der Stellen der Verkehrsüberwachung unbesetzt waren.

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Allgemeine Ordnungswidrigkeiten
Bei den allgemeinen Ordnungswidrigkeiten ist ein Anstieg auf 9.672 Verstöße zu verzeichnen (2017: 8.012). Insbesondere die Anzeigen zu ordnungswidrigen Ablagerungen von Müll sind 2018 um 50 Prozent auf 1.439 gestiegen (2017: 961). „Diese Entwicklung ist traurig. 2019 werden zwar weitere Stellen im Ordnungsamt geschaffen, doch nicht hauptsächlich, um anderen den Müll nachzutragen. Hier sollten die Dresdnerinnen und Dresdner Verantwortung für ihre Stadt übernehmen“, kommentiert der Erste Bürgermeister diese Entwicklung.