Bilanz: So verlief der 1. Jahrestag von Pegida in Dresden

Bei Massenprotesten zum Jahrestag der Pegida-Bewegung haben insgesamt fast 40.000 Menschen in zwei Lagern demonstriert. Es waren knapp 2000 Polizisten im Einsatz. Es kam zu einigen Ausschreitungen auf beiden Seiten.+++

Im Video sehen Sie Aufnahmen vom gestrigen Abend in Dresden und  Interviews mit dem Pressesprecher der Polizei Dresden Thomas Geithner, dem Sächsischen Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) und der Sächsischen Integrationsministerin  Petra Köpping (SPD).

Knapp 2000 Polizisten waren am gestrigen Abend in der Dresdner Innenstadt unterwegs um den Schutz aller Veranstaltungen zu gewährleisten. Dabei wurden sie von Kollegen aus fünf weiteren Bundesländern unterstützt.

Insgesamt gab es einen Schwerverletzten, welcher nach ersten Berichten am Montagabend mit einer Eisenstange zusammengeschlagen worden ist.

Die Dresdner Polizei ermittelt derzeit unter anderem wegen Landfriedensbruch, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Drei Personen wurden in Gewahrsam genommen.

Es herrschte auf allen Seiten viel Bewegung in der Stadt, die Polizei hatte alle Hände voll zu tun die Situation unter Kontrolle zu halten, so wie hier vor der Altmarktgalerie.

Nach Schätzungen der Studentengruppe „durchgezählt“ haben sich gestern rund 20.000 Pegida-Anhänger in Dresden versammelt.

Auf der anderen Seite protestierten rund 19.000 Gegendemonstranten bei einer großen Sternwanderung unter dem Motto „Herz statt Hetze“. Darunter waren auch Politiker anwesend, um ein klares Statement zu setzen.

In seiner Kundgebung auf dem Theaterplatz kündigte Lutz Bachmann unter anderem an, den Innenminister Thomas de Maizière (CDU) wegen Volksverhetzung und Beleidigung anzuzeigen. Er hatte die Pegida-Organisatoren als „harte Rechtsextremisten“ und „Rattenfänger“ dargestellt.

Zumindest bei der Dresdner Staatsanwaltschaft ist bis Dienstagmittag keine Anzeige eingegangen, wie uns Oberstaatsanwalt Lorenz Haase bestätigt.

Nach den Demonstrationsveranstaltungen sind am Montagabend insgesamt 6 geparkte Autos in Flammen aufgegangen. Ob es einen direkten Zusammenhang zum Versammlungsgeschehen gibt, ermittelt derzeit die Polizei.