Bildungsempfehlung für Gymnasium nicht mehr bindend

Chemnitz – Wer entscheidet künftig, ob ein Kind aufs Gymnasium gehen darf?

Der Sächsische Landtag hat am Mittwoch den Eltern ein größeres Mitspracherecht eingeräumt. In der Vergangenheit war ein Notendurchschnitt von mindestens 2,0 in den Schlüsselfächern Deutsch, Mathematik und Sachkunde ausschlaggebend für die Empfehlung für das Gymnasium. Gegen diese Entscheidung hatten Eltern häufig Klage eingereicht.

Nun soll es die Bildungsempfehlung in anderer Form weiterhin geben – ihr Vorschlag soll aber nicht mehr als bindend gelten. Stattdessen sollen die Eltern anhand des Entwicklungsstandes ihres Kindes mit entscheiden dürfen, welchen Weg es einschlagen soll. Die Sächsische Bildungsagentur hofft dabei auch auf die nötige Portion Augenmaß auf Seiten der Eltern.

Wird jetzt ein Ansturm auf die Gymnasien einsetzen? 2016 hatten von den rund 28.000 sächsischen Grundschülern 47 Prozent eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium und 53 Prozent für die Oberschule erhalten. Nach der sechsten Klasse erhielten etwa 10 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine Empfehlung fürs Gymnasium.

Fakt ist, dass die sieben Gymnasien im Stadtgebiet Chemnitz nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen aufweisen. Auch wenn Eltern wollen, dass ihr Kind unbedingt die Hochschulreife erreichen soll, entscheidet letztendlich der Schulleiter. Zudem wird man auf Beratungsgespräche und Leistungstests setzen, um den Zugang zu den Gymnasien zu begrenzen.