Bittere Realität – HC verliert gegen Rimpar 

Dresden - Für den Dresdner Zuschauer war es nach der letzten Heimsiegesserie schwer zu akzeptieren - aber das Spiel war ein Stück Zweitliganormalität. Der HC Elbflorenz gab sich nicht auf und konnte das Ergebnis immerhin mit 23:26 noch ordentlich gestalten. 

Die Rechnung ist ganz „einfach“: Eingespieltheit bis der „Baum platzt“ + Auswärts extrem nervenstark + die an diesem Tag qualitativ tiefere Personaldecke = Ein Stück Normalität, nämlich ein Rimparer Sieg. Ein Sieg wäre also an diesem Tag im Umkehrschluss alles andere als normal gewesen. Es ist wichtig sich dies vor Augen zu halten. Die 2. Liga ist kein „Ponyhof“ und wenn ja, hatte die DJK an diesem Tag ein oder zwei „Ostwind“ mehr im Stall.

© Sachsen Fernsehen

Beide Teams begannen vor allem im Angriff auf einem hohen Niveau. Bis zum 6:6 in der 12. Minute durch Roman Becvar, konnte sich kein Team irgendwelche Vorteile erarbeiten. Die sehr flexibel agierende Rimparer Abwehr, deutete dann aber mehr und mehr an, dass sie in diesem Spiel der entscheidende Faktor werden sollte. Mal agierten die durch ihren Coach Matthias Obinger gut eingestellte Defensive sehr offensiv, mal zog sie sich zurück. In der 14. Minute Minute kam der HC das erste Mal mit 2 Toren (6:8) ins Hintertreffen. Beim 7:10 in der durch den starken DJK-Spielmacher Benjamin Herth waren es dann erstmals 3 Tore.

Die DJK konnte im Gegensatz zu den Dresdnern ihr Angriffsniveau fast die gesamte 1. Halbzeit halten und hatte zudem in Max Brustmann zu diesem Zeitpunkt nicht etwa einen überragenden Schlussmann, aber halt eben den besseren. Ab der 20. Minute mussten sich die Dresdner die eigenen Treffer meist hart erarbeiten. Die DJK Rimpar war ihrerseits immer wieder über den Kreis erfolgreich. Vor allem ein starker Patrick Gempp deutete an, dass die DJK wohl auf lange Sicht nur eine Zwischenstation sein wird. Zudem entstanden der DJK auch in Unterzahl kaum Nachteile, da sie dies immer wieder sehr gut mit dem 6. Feldspieler kompensierte. Zwischen der 22. und 28. Minute blieb der HC ohne Tor und als die Dresdner dann in der 27. Minute noch eine Zeitstrafe kassierten, nutzen die Gäste aus Unterfranken dies, um auf 9:14 davonzuziehen. Bis zur Halbzeit konnte der HC dies nur noch leicht korrigieren und so ging man mit 4 Toren Rückstand in die Kabine (11:15).

Nach der Halbzeit trafen zunächst die Gäste mit etwas Glück per Nachwurf durch Lukas Böhm zum 11:16. Allerdings begann nun die beste Phase der Hausherren. Das übertrug sich nun Tor um Tor auf die fast 1900 Zuschauer, welche jetzt zunehmend lauter wurden und ihren Augen nicht trauten. Die bisher so stabil agierenden Gäste verloren die Kontrolle über das Spiel. Auf der Basis einiger Paraden von Mario Huhnstock sowie drei herausgespielten Bällen in Folge, gelang dem HC ein Tor nach dem anderen. Als Julius Dierberg in der 37. Minute aus spitzen Winkel Max Brustmann überwand, stand es auf einmal 16:16.

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Als die Gäste dann noch durch Benjamin Herth einen Siebenmeter verwarfen, bot sich dem HC die Chance, der Partie eine ganz andere Richtung zu geben. Nach dem Spiel deutete HC-Coach Christian Pöhler darauf hin, dass eine Führung für den HC vielleicht der Wendepunkt gewesen wäre. DJK-Trainer Matthias Obinger stimmte ihm nickten zu. Mit Roman Becvar hatten die Dresdner in dieser Phase den besten Spieler auf dem Feld. Er zog das Spiel nicht nur im Angriff an sich, sondern agierte auch in der Abwehr sehr erfolgreich offensiv. Ein Konter durch aufgrund eines HC-Felpasses führte jedoch für die DJK zum 16:17. Anschließend glichen die Hausherren aus (17:17), mussten aber bei Zeitspiel für Rimpar doch das 17:18 hinnehmen. Als der HC nun in Unterzahl frei vom Kreis die Chance zum 18:18 verpasste und wenig später noch einmal die Möglichkeit zum 19:19 liegen ließ, konnte Rimpar bis zur bis 47. Minute wieder auf 18:21 erhöhen. Die Dresdner gaben sich trotz problematischer Personaldecke, zwischenzeitlich war auch noch Henning Quade ausgefallen, jedoch nicht geschlagen. So gelang den Sachsen mit viel Kampf in der 50. Minute durch eine tolle Einzelaktion von Adrian Kammlodt noch einmal der Anschluss zum 20:21. Als man beim 20:22 dann aber dann erneut am sich immer mehr steigernden Max Brustmann scheiterte, bogen die Unterfranken in der 52. Minute mit einem Siebenmetertor zum 20:23 wieder auf die Siegerstraße ein. Ab das brachten clevere Gäste die Partie nach Hause und hatten in der Schlussphase mit Benjamin Herth den entscheidenden Spieler auf dem Parkett. Die Dresdner gaben sich aber keinesfalls auf und konnten das Ergebnis mit 23:26 noch ordentlich gestalten.

Fazit: DJK Trainer Matthias Obinger hatte den Schlüssel für den Rimparer Erfolg gleich zu Beginn der Pressekonferenz klar benannt, nämlich die starke Abwehrleistung seines Teams. Dazu kam ein Max Brustmann, der mit 41 Prozent gehaltener Bälle einfach konstanter hielt als seine Gegenüber. Insgesamt wirkten die Gäste einfach reifer als der HC. Was kaum verwundert, denn die Mannschaft spielt in großen Teilen schon über Jahre zusammen. Dieser Faktor muss als sehr hoch eingeschätzt werden. Die Dresdner schlugen sich „achtbar“, wie es Christian Pöhler auch im Blick auf die angespannte personelle Situation ausdrückte.

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Er wies aber eben auch daraufhin, dass die 2. Liga kein „Wunschkonzert“ sei und man eben mit der personellen Situation leben muss. Vorwerfen müssen sich die Dresdner allerdings, dass sie zu viele klarste Chancen liegen ließen. Vor fast 1900 Zuschauern präsentierte sich die Dresdner, vor allem nach dem Rückstand als ein Team, was nie aufsteckte und sich trotz der Niederlage den Applaus nach dem Spiel verdient hatte. Ebenso verdiente hatte sich die DJK den obligatorischen Siegestanz nach der Partie. Auf Seiten der Sachsen hofft man nun auf eine personelle Entspannung im Blick auf das Sachsenderby.

Der angeschlagen ins Spiel gegangene HC-Spielmacher Arseniy Buschmann sagte nach dem Spiel: „In der ersten Halbzeit bekamen wir in der Abwehr Rimpar nicht zu fassen. In der zweiten Hälfte haben wir uns zurückgekämpft, aber über das gesamte Spiel haben wir viel zu viele klare Chancen vergeben.“

Linksaußen Sebastian Kraus, welcher schon zu Drittligavergleichen mit dem HC bei Rimpar in Aktion war, sagte im Blick auf den Vergleich HC damals und HC heute: „Es ist immer gut wenn es in einer Stadt solch ein Handballprojekt gibt. Wenn es Leute gibt, welche dieses auch finanziell stark voranbringen und das meine ich überhaupt nicht despektierlich. Es macht Spaß in dieser tollen Halle zu spielen und natürlich noch mehr zu gewinnen.“

Quelle: HC Elbflorenz/Wolfram Wegehaupt

Tore: Halfmann/Huhnstock (beide Tor), Hruscak 1, Jurgeleit 4/2, Dierberg 5/2, De Santis 2, Flödel 1, Kretschmer, Hoffmann, Kammlodt 4, Becvar 5, Quade 1

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