„Black Triangle“ Räumung zieht Demonstration nach sich

Leipzig - Nachdem am Dienstag das von Linksautonomen besetzte Areal der Deutschen Bahn um das Gleisdreieck an der Arno-Nitzsche-Straße "Black Triangle" durchsucht wurde, folgten erste Reaktionen.

So brannte in der Nacht zum Mittwoch ein Dienstwagen des Konzerns in der Stieglitzstraße vollständig aus. Eine harte Protestantwort, die am Mittwochabend bei einer Demonstration auf dem Wiedebachplatz in gemäßigterer Form gegeben werden soll.

Legitimation für die Durchsuchung des Geländes war eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch aus dem Jahr 2016. Die Sächsische Landtagsabgeordnete der LINKEN Juliane Nagel:

"Ich war ziemlich überrascht, dass diese Räumung gestern stattgefunden hat. Seit November sind wir in intensiven Gesprächen mit der Bahn, mit dem Ziel, das Projekt zu legalisieren. Dass die Bahn sich anders entschieden hat und die Strafanzeige gegen die BesetzerInnen aufrechterhalten hat, hat mich geschockt. Ich fühle mich von der Deutschen Bahn belogen", so Nagel.

© Leipzig Fernsehen
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Seit 2016 entwickelte sich das Gelände zu einem Ort der Begegnung, kultureller Events und politischer Gespräche. Auf der linken Internetplattform Indymedia werden die Durchsuchungsmaßnahmen so eingeschätzt:

"Die Räumung des besetzten „Black Triangle“ ist ein Verlust und sie ist eine Kapitulation gegenüber der Polizei und ihrem Polizeipräsidenten im Wahlkampfmodus und sie ist eine Kapitulation gegenüber der profitorientierten Deutschen Bahn" 

Polizeipräsident und CDU-Landtags-Anwärter Bernd Merbitz leitete den Einsatz. Juliane Nagel hält die Härte des Einsatzes für unangemessen.

"Ich sehe das als Wahlkampfmanöver, diesen harten Weg einzuschlagen. Wenn die Bahn jetzt sagt, sie wären jetzt zu Verhandlungen bereit, ist das natürlich ein okayes Signal. Man hätte die Lösung aber auch vorher finden können", klagt Nagel an.

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Die Deutsche Bahn gibt sich unterdessen kulant. Nachdem der Gebäudezustand geprüft und Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt wurden, sollen Nutzungsvorschläge entgegengenommen werden. So äußert sich eine Sprecher der Deutschen Bahn:

"Jeder, der ein Interesse an der künftigen Nutzung des Geländes und der Gebäude hat, soll sich bei uns melden!"

"Ich würde das insofern begrüßen, dass dieses Gebäude nicht für profitorientierte Nutzung verloren geht. Ich denke aber auch, dass die Leute, die sich da dran machen werden, werden einiges zu tun haben. Es ist ein riesiges Gelände und man muss viel Bürokratie erledigen", so Nagel.

Das Betreten des Geländes ist bis auf Weiteres untersagt. Nach einer Lösung zur legalen Nutzung des "Black Triangles" wird nun gesucht.