Blinde im Schnee

Seit dem Jahreswechsel hat uns der Winter fest im Griff.

Schnee und Eis behindern nicht nur den Verkehr. Auch die Fußgänger kämpfen sich zum Teil mehr schlecht als recht auf den Gehwegen voran. Besonders schwer haben es im Moment Blinde und Sehbehinderte. Denn die wissen weder, wo gestreut ist und wo nicht oder wo vielleicht der nächste aufgetürmte Schneeberg lauert. Leipzig Fernsehen war mit einer Betroffenen in Leipzig unterwegs.

Es sind nur wenige Meter, die Christiane Kohl von ihrer Wohnung in der Stötteritzer Straße zur Bushaltestelle laufen muss. Doch bei diesen Witterungsbedingungen wird der Weg für die blinde Frau zum Hindernisparcour. Nicht beräumte Nebenstraßen, zum Teil spiegelglatte Fußwege und Schneehaufen am Straßenrand machen es nicht nur ihr, sondern auch anderen Blinden und Sehbehinderten im Moment schwer.

Interview: Christiane Kohl – Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e.V.

Auch das Einsteigen in Bus oder Bahn gestaltet sich schwierig. Zwar sind die Hauptstraßen gut beräumt. Doch der Schnee, der vorher auf der Straße lag, ist nun am Rand vom Gehweg aufgetürmt. Um in den Bus zu kommen, muss der Fahrgast über den Schneeberg klettern. Für Sehende kein Probleme, für Blinde aber gefährlich.

Interview: Christiane Kohl – Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e.V.

Hoher Schnee blockiert ebenfalls viele der blindengerechten Ampeln in Leipzig, denn auch dort wird die weiße Pracht einfach um die Anlage herum zusammengeschoben. Dabei müssen die Blinden und Sehbehinderten so nah wie möglich an den Ampelschalter heran, um ihn zu benutzen. Doch das ist problematisch.

Interview: Christiane Kohl – Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e.V.

Ein runder Tisch also mit allen Beteiligten würde das Problem lösen. Doch bis es soweit ist, muss Christiane Kohl wohl weiterhin über Schneeberge und Matschhaufen klettern.