Blue Lions: Knapp gewonnen

Der Gesamtverlauf spiegelte das Endergebnis nur zum Teil wieder.

Die Hausherren begannen das Spiel vor 980 Zuschauern zunächst druckvoll und versuchten den Gegner schon in deren eigenem Drittel zu stören. Sehenswert dann das 1:0 durch Jozef Potac. Mit einem Pass über die Bande ließ er den Berliner Verteidiger ins Leere laufen und zog, mit der Scheibe am Schläger, entlang der blauen Linie zur Mitte des Angriffsdrittels. Dort zog er trocken ab und schon zappelte der Puck in den Maschen des Berliner Tores zum 1:0. In der 17. Minute benötigte Kasper Kenig dann zwei Versuche, um einen Erfolg verbuchen zu können. Zunächst vergab er einen sogenannten 100-Prozenter, um kurz darauf den Spielstand, mit einem schönen Schuss von links, auf 2:0 zu erhöhen.

Im zweiten Drittel schien dann verkehrte Welt zu herrschen. „Dümmer als wir im zweiten Drittel kann man ein Spiel nicht spannend machen“, fasste Trainer Zdenek Travnicek die Situation aus Sicht der Leipziger zusammen. Die Blue Lions schienen von der Rolle und handelten sich Strafzeit nach Strafzeit ein, standen Minutenlang mit drei Feldspielern auf dem Eis.

So gelang Bielke der Anschlusstreffer zum 2:1 mit zwei Mann in Überzahl. Walsh konnte drei Minuten vor Ende des mittleren Abschnitts sogar den Ausgleich erzielen, man hatte das Gefühl, die Partie könnte kippen. Doch im direkten Gegenzug konnte Neuzugang Jiri Mikesz die erneute Führung für die Blue Lions erzielen. 3:2 hieß es in der 38. Spielminute.

Eine Minute später herrschte große Aufregung. In Unterzahl schienen die blauen Löwen das 4:2 erzielt zu haben. Die Freude währte jedoch nur kurz, der Hauptschiedsrichter erkannte den Treffer wegen eines vorhergehenden Fouls, das er zunächst nicht gesehen hatte, doch nicht an. Stattdessen durfte Andreas Felsch die Partie vorzeitig beenden – Spieldauer-Disziplinarstrafe.

Ein torloses letztes Drittel brachte dann keine Veränderungen mehr am Spielstand. Gästetrainer Derek Mayer nach dem Spiel: „Leipzig hätte nach dem ersten Drittel 5:0 führen können. Sie haben leidenschaftlich, schnell und genau gespielt, da hätten wir uns nicht beschweren können. Meine Jungs müssen in ihrem jungen Alter vor allem lernen, dass sie konstant dieselbe Leistung zu bringen haben.“

„Für solches Lob kann man sich nur bedanken“, entgegnete dem sein Gegenüber Zdenek Travnicek. „Wir haben kontrolliert und besser gespielt, abgesehen vom zweiten Drittel. Jetzt müssen wir nach vorne schauen.“