Bluttests an HOGA-Schulen beendet – Insgesamt 53 positive Tests

Dresden - Die großflächige Tuberkulose-Untersuchung an den beiden HOGA-Schulen in Dresden Leuben ist seit Donnerstag Abend, 14. Dezember 2017, abgeschlossen. Damit haben etwa 900 Personen ihr Blut an den Schulen testen lassen. Bis jetzt sind davon 769 Blutproben ausgewertet. Insgesamt haben 53 Personen ein positives Testergebnis.

In der Auswertung zeigte sich auch ein neuer Erkrankungsfall. Die aktuell vorliegenden Ergebnisse enthalten bislang keinen Hinweis auf eine Ansteckungsfähigkeit. Die betroffene Person befindet sich in stationärer Behandlung und erhält Antibiotika.

Was passiert, wenn jemand ein positives Testergebnis erhält? „Es gibt dann keinen Grund zur Sorge“, sagt Jens Heimann, Amtsleiter des Gesundheitsamtes und Amtsarzt. „Es bedeutet lediglich, dass ein Kontakt mit dem Krankheitserreger und eine Reaktion des Körpers auf diesen stattgefunden haben.“ Wenn ein Test positiv ausfällt, werden Betroffene noch am gleichen Tag telefonisch kontaktiert und bekommen eine Überweisung zum Röntgen. Dieses kann durch die Kooperation mit Röntgenpraxen und der Uniklinik gleich am nächsten Tag durchgeführt werden. Anhand des Röntgenbildes stellen die Fachleute in der Regel sofort fest, ob weitere Tests erforderlich sind. Ist das Röntgenbild unauffällig, wird die Person umfangreich beraten und bekommt eine medikamentöse Prävention durch Antibiotika empfohlen. „In dieser Zeit gibt es aus medizinischer Sicht keinerlei Einschränkungen für das tägliche Leben und den Kontakt zu Freunden, Bekannten und Familie.“

Zeigt sich dagegen auf dem Röntgenbild, dass eine Tuberkuloseerkrankung vorliegt, wird der Betroffene sofort stationär aufgenommen. Im Krankenhaus klären die nachfolgenden Untersuchungen, ob eine offene und damit ansteckungsfähige Tuberkulose vorliegt. Heimann: „Es ist so, dass nicht alle Formen der Tuberkulose überhaupt andere anstecken können. Nur die offene Form überträgt den Erreger über die Ausatemluft.“

Die intensiven Untersuchungen an den Schulen und die Behandlungsmethoden geben eine höchstmögliche Sicherheit bei der Einschätzung des Infektionsrisikos. „Aus diesem Grund kann die HOGA auch guten Gewissens den Schulbetrieb aufrechterhalten. Es spricht aus medizinischer Sicht nichts gegen öffentliche Veranstaltungen wie zum Beispiel Weihnachtsfeiern und Tag der guten Taten“, so Heimann weiter.

Das Gesundheitsamt Dresden arbeitet seit Montag, 4. Dezember 2017, und damit fast zwei Wochen auf Hochtouren. „Diese hohe Zahl von Personen, die wir derzeit testen, haben wir sonst in einem ganzen Jahr. Dabei hilft die gute Kooperation mit der Schule und unseren externen Partnern, aber auch die Besonnenheit und Sachlichkeit der Eltern, die damit auf ihre Weise unsere Arbeit unterstützen. Dafür bedanken wir uns.“ Mitte kommender Woche werden die letzten Befunde der gestern abgeschlossenen Untersuchung erwartet.

Weitere Informationen sowie aktuelle Zahlen befinden sich auf der Seite: www.dresden.de/tbc

Sondersitzung des Gesundheitsausschusses

In einer öffentlichen Sondersitzung will sich der Gesundheitsausschuss des Dresdner Stadtrats am 4. Januar mit den Tuberkulose-Infektionen an den HOGA-Schulen befassen.

Das erklärte Oberbürgermeister Dirk Hilbert vor dem Stadtrat. Damit kam er einem Eilantrag der CDU-Fraktion zuvor, die eine entsprechende Sondersitzung fordern wollte. In der Sitzung sollen externe Sachverständige gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeitern über die Situation und den Umgang des Gesundheitsamtes damit sprechen. Im Rahmen der Fragestunde warf die CDU-Fraktion Sozialbürgermeisterin Klaudia Kristin Kaufmann zudem eine unzureichende Informationspolitik vor. Denn obwohl der erste TBC-Fall bereits im September bekannt geworden sei, wurde die Öffentlichkeit erst im Dezember informiert. Auch darüber soll in der Sondersitzung gesprochen werden.