Bohrungen für letzten A72-Abschnitt

Bis 2020 soll das letzte Teilstück zwischen Rötha und der A72 in Betrieb gehen. Vor den Auschreibungen müssen Bodenproben ausgewertet werden. +++

Die Verlängerung der A72 zwischen Chemnitz und Leipzig beschäftigt den Freistaat seit Jahrzehnten. Mittlerweile ist aber zumindest ungefähr absehbar, wann das Mammutprojekt seinen Abschluss findet. Ein wichtiger Schritt für die jetzt noch anstehenden Arbeiten wurde am Vormittag an der B95 in Rötha vorgestellt.

Eigentlich sollte die Autobahn zwischen Chemnitz und Leipzig schon zur Fußball-WM 2006 fertig sein. Das ist jetzt acht Jahre her. Deutschland ist mittlerweile Weltmeister, Sachsen holt diesen Titel im Straßenbau wohl eher nicht.
Zumindest konnte die Autobahn vor etwa einem Jahr bis Borna freigegeben werden und sie wird seitdem auch rege genutzt. Und um den letzten Baubaschnitt zwischen Rötha und der A38 vorzubereiten ging es am Mittwoch erstmal in die Natur. Gefühlt kilometerweit von jeder Verkehrsader entfernt müssen Bodenproben genommen werden. Insgesamt 96 Mal muss die Maschine auf dem sieben Kilometer langen Abschnitt zum Einsatz kommen. Teilweise bohrt sich das Monstrum bis zu 70 Meter weit ins Erdreich. Die Bodenproben werden in Holzkästen gesammelt und von Experten untersucht. Im Winter sollen die ersten Rodungsarbeiten beginnen. Als reine Bauzeit werden dann noch vier bis viereinhalb Jahre gerechnet. Dabei kommt es vor allem darauf an, wie lang und hart die nächsten Winter ausfallen. Kosten für den letzten Abschnitt: mehr als 100 Millionen Euro und damit etwa ein Fünftel der Kosten für das gesamte Projekt. Und zur Fußball-EM 2020 müsste dann auch wirklich alles fertig sein.