Bombendrohung gegen Chemiewerk

Lichtenau/OT Oberlichtenau: Im Briefkasten einer Firma auf der Bahnhofstraße wurde am Mittwochvormittag ein Schreiben aufgefunden, in dem Unbekannte für die Mittagsstunden eine Explosion androhten.

Auf dem Gelände der Chemie-Firma lagern produktionsbedingt größere Mengen Flüssiggas und brennbarer Lösungsmittel. Aus diesem Grund wurden umfangreiche Maßnahmen zur Gefahrenabwehr getroffen.

Zirka 60 Mitarbeiter der Frühschicht mussten den Betrieb verlassen und nach Hause gehen. Vor Ort wurden die Freiwillige Feuerwehr mit 13 Kameraden sowie Rettungskräfte bereitgehalten. Der Bürgermeister der Gemeinde und Mitarbeiter des Landratsamtes Mittelsachsen befanden sich ebenfalls am Einsatzort.

35 Beamte der Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge, unterstützt von 13 Bediensteten der Bundespolizei, führten auf und um das Firmengelände Durchsuchungs- und Absperrmaßnahmen durch. Dabei kamen auch zwei Sprengstoffsuchhunde der PD Chemnitz-Erzgebirge zum Einsatz.

Zwischen 11.30 Uhr und 12.15 Uhr, in diesem Zeitfenster lag die angedrohte Explosionszeit, wurden die Bahnhofstraße und angrenzende Straßen (darunter die Auerswalder Straße und Amtmannstraße) sowie die Bahnstrecke Chemnitz – Riesa gesperrt. Die Sperrung der Bundesautobahn A 4 zwischen Chemnitz-Glösa und Chemnitz-Ost wurde vorbereitet, musste jedoch nicht vollzogen werden. Anwohner sowie eine in der Nähe befindliche Schule und ein Kindergarten wurden informiert und gebeten, zwischen 11.30 Uhr und 12.15 Uhr die Gebäude nicht zu verlassen. Evakuierungen waren nicht erforderlich.

12.15 Uhr wurden die Sperrungen und Sicherungsmaßnahmen aufgehoben und die Durchsuchung der Firma fortgesetzt. In die noch andauernden Durchsuchungsmaßnahmen sind zwischenzeitlich auch Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Sachsen eingebunden.
Wegen der über die Zeit des Schichtwechsels hinausgehenden Durchsuchungsmaßnahmen auf dem Firmengelände wurden die Beschäftigten der Spätschicht informiert, nicht zur Arbeit zu erscheinen. Vom Arbeitsausfall sind somit bisher mehr als 100 Mitarbeiter betroffen.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Durchsuchungsmaßnahmen bei der betroffenen Firma auf der Bahnhofstraße waren gegen 15.30 Uhr abgeschlossen. Sprengvorrichtungen bzw. sprengstoffverdächtige Gegenstände wurden nicht aufgefunden. Somit bestand zu keiner Zeit eine konkrete Gefahr.
Noch während der Durchsuchungsmaßnahmen nahm die Kriminalpolizei ihre Arbeit auf. Es konnte ein Mann aus dem Landkreis Mittelsachsen als Verdächtiger ermittelt werden, der die Tat jedoch bestreitet. Aus diesem Grund und da sich die Ermittlungen noch im Anfangsstadium befinden, sind konkretere Angaben derzeit nicht möglich.