Brandanschlag auf Asylbewerberunterkunft in Stötteritz

Eigentlich sollten in der Sommerfelder Straße 36 am Dienstag 56 Asylbewerber einziehen, nun ermittelt vor Ort die Polzei. Ein bisher unbekannter Täter hatte einen Brandsatz durch ein Fenster geworfen. +++

Im Gegensatz zu einigen anderen Orten in Sachsen hat Leipzig in den vergangenen Tagen eher mit Aktionen FÜR Flüchtlinge auf sich aufmerksam gemacht. Doch nun hat sich auch in der Messestadt einmal mehr gezeigt, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit häßliche Auswirkungen haben können. Wie einen Brandanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft.

Leipzig, Stötteritz, Sommerfelder Straße 36. Eigentlich sollten hier am Dienstag 56 Asylbewerber einziehen. Die Stadt war froh den in einer Chemnitzer Erstaufnahmeeinrichtung Gestrandeten eine Unterkunft zur Verfügung stellen zu können. Doch daraus wird vorerst nichts. In der Nacht zu Mittwoch warf ein Unbekannter einen Brandsatz durch ein Fenster des Gebäudes. Zeugen bemerkten das Feuer schnell, so dass die Feuerwehr Schlimmeres verhindern konnte. Lediglich eine Matratze geriet in Brand. Jetzt sucht die Polizei nach einem etwa 1,70m großen Mann, der vermummt gewesen sein soll. Auch Spürhunde kamen zum Einsatz. Die Stadt sucht unterdessen dringend nach einer neuen Unterkunft für die Asylbewerber.

Aber auch am Sportforum bleibt die Lage angespannt. Die Grube-Halle ist mit 420 Personen voll belegt, bis zum Wochenende sollen nun weitere Flüchtlinge dazukommen, die bisher in der HTWK-Sporthalle untergebracht waren. Für die Johanniter, die die Unterkunft betreiben, eine weitere große Herausfordeurng.

Damit die Situation weiterhin erträglich bleibt, werden in den nächsten Wochen voraussichtlich weitere Toiletten- und Duschcontainer aufgestellt. Doch wie lange müssen die Flüchtlinge eigentlich dort ausharren? Die Johanniter glauben jedenfalls nicht daran, dass in der Grube-Halle schnell wieder Normalität einkehrt.

Doch selbst in einer festen Unterkunft, wie in der Friederikenstraße kann keiner garantieren, dass alles glatt läuft. Laut Polizei gingen hier am Dienstagabend 50 syrische und 40 marokkanische Asylbewerber aufeinander los. Zwei Personen wurden leicht verletzt. Der Grund für die Auseinandersetzung ist unklar.