Brandis: Nachbarn mit Machete bedroht

Im Landkreis Leipzig wurde am Samstagmorgen, 6:30 Uhr, die Polizei in ein Mehrfamilienhaus gerufen. Ein Sondereinsatzkommando beendete den Spuk +++

Am heutigen Morgen wurde gegen 06.30 Uhr die Polizei in ein Mehrfamilienhaus gerufen. Als die Beamten eintrafen nahmen sie sofort Kontakt mit der 26- jährigen Geschädigten auf. Die Frau war aufgelöst und stand den Beamten weinend gegenüber. Sie gab an, dass ihr Nachbar mit einer Machete gewaltsam in ihre Wohnung eingedrungen ist, sich vor ihr aufgebaut hat und sie und ihren 35- jährigen Lebenspartner mit dieser Machete bedrohte. Er fuchtelte wild vor den Beiden mit diesem Gegenstand herum, schrie unverständliche Sachen und wirkte äußerst aggressiv. In der Wohnung befand sich zu diesem Zeitpunkt auch noch ihr 21 Monate alter Junge. Warum der 26-jährige Nachbar und Tatverdächtigter gewaltsam in die Wohnung eingedrungen ist, ist noch vollkommen unklar. Nach den ersten Erkenntnissen vor Ort randaliert und schreit der Nachbar schon seit mehreren Tagen in seiner eigenen Wohnung herum. Die Beamten begaben sich daraufhin vor die Wohnungstür des Tatverdächtigen. Nach mehrmaligem Klopfen und Klingeln öffnete der Mann nicht die Tür. Die Beamten vernahmen Geschrei und gleichzeitiges „Wimmern“ hinter der Tür. Der Schlüsselnotdienst wurde angefordert. Als die Beamten in der Wohnung waren, saß die Person im Wohnzimmer und hatte immer noch die Machete in der Hand. Auf Aufforderung, die Machete wegzulegen reagierte er überhaupt nicht. Plötzlich stand sein Kampfhund, ein Stafford, vor den Beamten. Die erfahrenen Beamten erkannten die Situation und waren sich sicher, dass der Mann stark unter Einfluss von Betäubungsmitteln stand und zogen sich aus taktischen Gründen zunächst zurück.

In der Zwischenzeit wurde bereits ein Spezialeinsatzkommando angefordert, das dem „Spuk“ nur wenige Minuten später ein Ende bereitete. Der Mann wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus und später in eine Psychiatrie überstellt. Den Kampfhund brachte man in ein Tierheim. Anschließend wurde die Wohnung kriminaltechnisch untersucht. Dabei wurde unter einem Haufen Unrat die Machechte aufgefunden und sichergestellt. Außerdem wurde ein kleines Tütchen mit einer unbekannten kristallinen Substanz aufgefunden und ebenfalls sichergestellt. Verletzt wurde niemand. Der 26-jährige sieht sich nun einem Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung, Hausfriedensbruch sowie wegen Sachbeschädigung gegenüber, so Uwe Voigt von der Polizeidirektion Leipzig.