Brutaler Raubüberfall in Schloßchemnitz

Ein 22-jähriger Chemnitzer lief in der Nacht zu Freitag, gegen 0.50 Uhr, zu seinem in der Matthesstraße geparkten Pkw, als er unweit des Fahrzeuges am Konkordia-Park zwei Männer bemerkte, die auf einen Mann einschlugen und eintraten.

Der junge Mann ging dazwischen und forderte die Schläger auf, von ihrem Opfer abzulassen. Daraufhin wurde auch er von einem der beiden Täter mit Fäusten angegriffen, während der andere Täter weiter auf den anderen Mann einschlug, sodass dieser zu Boden ging. Dort wurde dann auf ihn eingetreten.

Der 22-Jährige setzte sich nun zur Wehr und trieb die beiden Schläger in die Flucht. Die rannten in Richtung Schloßteich und verschwanden. Zwischenzeitlich hatten andere hinzukommende Zeugen die Polizei alarmiert. Die Beamten informierten den Rettungsdienst, die sich um das Opfer, einem 46-jährigen, bereits seit Jahren in Chemnitz lebenden Mosambikaner, kümmerten. Der Mann wurde glücklicherweise nicht schwer verletzt und vor Ort ambulant behandelt. Sein 22-jähriger Helfer blieb nach derzeitigem Erkenntnisstand unverletzt.

Parallel zu den ersten Ermittlungen am Tatort, der medizinischen Versorgung des Opfers und der Feststellung von Zeugen lief die Tatortbereichsfahndung nach den Tätern an. Anhand der von Opfer und Helfer abgegebenen Personenbeschreibung konnten gegen 0.20 Uhr auf der Brückenstraße zwei Männer gestellt und vorläufig festgenommen werden. Sie stehen im Verdacht, auf den 46-Jährigen eingeschlagen und ihm eine Halskette geraubt zu haben. Die Halskette wurde bei der Durchsuchung der Tatverdächtigen aufgefunden und sichergestellt. Das Opfer erkannte die Kette als sein Eigentum wieder. Die beiden Tatverdächtigen befinden sich derzeit noch im Gewahrsam der Polizei.

Da wenigstens einer der beiden Schläger bei der Tat ausländerfeindliche Äußerungen getan haben soll, wird nicht nur wegen Verdachts einer Raubstraftat, sondern auch wegen Verdachts der Volksverhetzung ermittelt.

Der Leiter der Polizeidirektion Chemnitz, Polizeipräsident Uwe Reißmann, zur Lageauswertung am Freitagmorgen: „Der Helfer hat für seine mutige Tat meinen allergrößten Respekt. Die Bürger sollen Zivilcourage zeigen, aber sich nicht selbst in Gefahr bringen. Der junge Mann hat aus dem Bauch heraus anders entschieden. Es ist schön zu wissen, dass wieder ein Bürger nicht weggeschaut, sondern aktiv eingegriffen hat. Ich möchte dem jungen Mann vorerst auf diesem Weg ganz herzlich danken.“