Brutaler Überfall auf das Heinz-Steyer-Stadion in Dresden

Am Samstag stürmten in der 55. Minute beim Fußballspiel des DSC gegen den Post SV Dresden 15-20 mit Sturmhauben maskierte Personen das Steyerstadion. Sie rannten dabei gezielt auf die Hauptribüne, wo vor allem Familien mit Kindern saßen. +++

Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit rannten ca. 20 vermummte und vorwiegend dunkel gekleidete Personen auf die Tribüne. Sie versuchten eine Fanfahne abzureißen und zu stehlen. In diesem Zusammenhang schlugen und traten die Vermummten auf anwesende Personen ein. Vier Personen (m/26, m/35, m/44, m/51) erlitten leichte Verletzungen. Ordner konnten einen der Angreifer bis zum Eintreffen alarmierter Polizeibeamter festhalten. Bei ihm handelt es sich um einen 20-jährigen Mann aus Freiberg. Er wurde vorläufig festgenommen. Die anderen Angreifer flüchteten in Richtung Magdeburger Straße.

Die Dresdner Polizei hat die Ermittlungen wegen Landfriedensbruch aufgenommen. Hinweise zum Motiv der Täter liegen noch nicht vor.
Die Polizei fragt: Wer hat die Gruppierung gesehen? Wer kann Angaben zu den Personen oder der weiteren Fluchtrichtung machen? Hinweise nimmt die Dresdner Polizei unter der Rufnummer (0351) 483 22 33 entgegen. Insbesondere Personen, welche Foto- oder Filmaufnahmen der Gruppe gemacht haben, werden gebeten sich zu melden.

Zu den Vorfällen im Heinz-Steyer-Stadion am vergangenen Samstag und dem resultierenden Spielabbruch erklären die beim Spiel anwesenden Benjamin Kümmig, Vorsitzender der Jusos Dresden und Georg Wehse, Vorsitzender der Linksjugend Dresden:

„Die Übergriffe vom Wochenende zeigen deutlich, dass auch in und um Dresden die Gewalt in den unteren Ligen ein Problem darstellt und der Rote Stern Leipzig kein Einzelfall ist. Die Polizei ist zum Teil unterbesetzt und die Politik zeigt andererseits wenig Interesse daran zu verhindern, dass Stätten des Sports zu rechtsfreien Räumen verkommen. Es ist einzig und allein dem beherzten Eingreifen des Ordnungsdienstes und dem couragierten Auftreten der DSC-Fans zu verdanken, dass niemand ernsthaft verletzt wurde,“ so Georg Wehse.

In der 55. Minute (Spielstand 2:0) stürmten 15 – 20 mit Sturmhauben maskierte Personen das Steyerstadion. Sie rannten dabei gezielt auf die Hauptribüne, auf der vor allem Familien mit Kindern saßen. Dabei gingen sie gewalttätig gegen Anhänger der Heimmannschaft vor und versuchten Banner eben dieser zu entwenden. Einer der Angreifer konnte durch den Ordnungsdienst festgehalten und der Polizei übergeben werden.

„Fair Play sollte auch in der Bezirksklasse groß geschrieben werden. Umso bedauerlicher ist es, dass die ca. 50 mitgereisten Anhänger des Post-SV Dresden grinsend das Treiben beobachteten, anstatt sich solidarisch den Störern entgegenzustellen.

Den Gipfel der Unsportlichkeit lieferte allerdings die Mannschaft. Anstelle den Spielbetrieb fortzusetzen und zu signalisieren, dass man sich den Sport nicht von Gewalttätern kaputt machen lässt, weigerten sich die Gäste anzutreten, in der Hoffnung die 3 Punkte am grünen Tisch zu erhalten.

Wir fordern von den zuständigen Behörden die rücksichtslose, lückenlose Aufklärung der Straftaten, unter anderem versuchte schwere Körperverletzung, Landfriedensbruch und Sachbeschädigung. Außerdem erwarten wir vom Sportgericht eine objektive Bewertung der Tatsachen, mit ensprechenden Konsequenzen“, ergänzt Benjamin Kümmig, Vorsitzender der Jusos Dresden.

Abschließend fordern Jusos und Linksjugend: „Auch die Verantwortlichen der Landeshauptstadt sollten endlich aufwachen und erkennen, dass es nicht nur einen Verein in Dresden gibt. Der Breitensport muss wieder mehr in den Fokus rücken, andere Vereine brauchen moderen Sportstätten und Sportplätze. Da nützt es nichts, eine Straße nach Helmut Schön zu benennen. Das ist Symbolpolitik, die Probleme liegen tiefer. Auch das Chaos im Sportstätten- und Bäderbetrieb schadet dem Sport in Dresden.“

Quelle: Pressemitteilung von Linksjugend und Jusos Dresden

++
Immer aktuell informiert – mit dem DRESDEN FERNSEHEN Newsletter!

Dieser Beitrag ist leider noch nicht verfügbar