Buchtipp – „Die Schwärmer“ vom Dresdner Autor Willi Hetze

Dresden - Willi Hetze gilt als einer der interessantesten Jungautoren Dresdens. Nun feiert sein Roman über eine „revolutionäre Zukunft, deren Anbruch wir bereits spüren“ Premiere. Seine Romanhelden zeichnen einen neuen Menschentypus des digitalen Zeitalters: die Schwärmer.

Für Aufsehen hat er zuletzt als Mit-Initiator eines Aufrufs für mehr sprachliche Angemessenheit gesorgt, dem sich u. a. die Büchner-Preisträger Marcel Beyer und Durs Grünbein angeschlossen haben. Willi Hetze, geboren 1985, studierte Soziologie in Dresden und promovierte 2016 in Erfurt. Er arbeitet als Mediensoziologie an der TU Dresden. Für seine Gegenwartsliteratur wurde er mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem poet|bewegt-Preis. Vor allem befasst er sich mit dem Einfluss der Neuen Medien auf moderne Lebensentwürfe und der Vermischung virtueller und sozialer Wirklichkeiten. Dadurch gewinnen seine Texte mitunter eine surreale Dimension, die er mit einer ebenso pointierten wie poetischen Sprache erschließt. Sein viel beachteter Erzählband „Das Unbegreifliche der Katzenwege“ erschien 2015 bei zwiebook.

© salomo publishing

"Die Schwärmer"

Teo ist ein junger Postbote aus einem vergessenen Teil des Landes. Als das Briefverteilzentrum seiner Provinz aus unbekannten Gründen geschlossen wird, muss er in die Hauptstadt reisen, um der Sache nachzugehen. Dort zeigt sich, dass eine neue Technologie, der „Schwarm“, das Briefeschreiben überflüssig gemacht hat. Die „Schwärmer“ verbinden sich über einen Funknerv, den sie im Kopf haben, und tauschen dort nicht nur Nachrichten, sondern auch Gefühle aus.

Als seltsame Albträume sich unter den Nutzern verbreiten, greift schnell auch eine unaufhaltsame Angst um sich. Und auch Teo gerät in den Datenstrudel aus Gerüchten und Fake News, während ein schwer durchschaubarer Krieg um die digitale Evolution entfesselt wird.

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