Bündnis „Seebrücke“ ruft zur Demo auf

Dresden - Eigentlich wollte der Dresdner Verein "Mission Lifeline" nur helfen. Und zwar denen, die vor Krieg und Vertreibung flüchten. Doch im Juni schlug das Seenotretterschiff Schlagzeilen. Daraufhin formierte sich eine Welle der Solidarität - auch in Sachsen. Am Sonntag soll rund um den Alaunplatz in der Dresdner Neustadt demonstriert werden.

Warum wird demonstriert?

Das Bündnis "Seebrücke" setzt sich für eine aktive Seenotrettung ein. Laut Angaben der Vereinten Nationen starben in den letzten vier Jahren mehr als 16.000 Menschen bei der Flucht durch das Mittelmeer. Allerdings setzt die EU, wie auch nationale Regierungen zunehmend auf eine stärkere Grenzsicherung und eine zunehmenden Kriminalisierung, meinen die Bündnismitglieder. "Seit kurzem dürfen die Rettungsschiffe noch nicht einmal mehr auslaufen! Mit juristischen Taschenspielertricks und offenem Rassismus werden die Rettungsboote im Hafen festgesetzt und Helfer zum tatenlosen Zusehen verdammt.", heißt es in einer Mitteilung. Am Sonntag, den 29. Juli wollen die Initiatoren auf dem Alaunplatz in der Dresdner-Neustadt unter dem Motto "Menschlichkeit statt Festung Europa! Rettung statt Seenot! Sichere Häfen statt nationale Abschottung!" demonstrieren.

Ablauf der Demo:
14:00 - 14:45 Auftaktkundgebung am Alaunplatz
14:45 - 15:45 Laufstrecke zum Pirnaischen Platz
15:45 - 16:15 Zwischenkundgebung auf der Kreuzung des Pirnaischen Platzes
16:15 - 16:30 Laufstrecke zum Kulturpalast
16:30 - 17:45 Abschlusskundgebung vor dem Kulturpalast

Die Geschichte der "Lifeline"

Das Bündnis formierte sich nachdem das Schicksal des Rettungsschiffes "Lifeline" bekannt worde. Der Dresdner Verein "Mission Lifeline" wollte mit dem Boot Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten und nach Europa bringen. Mit 234 Menschen an Bord irrte die "Lifeline"-Besatzung im Juni durch das Mittelmeer. Italien und Malta wollten die nicht anlegen lassen. Nach sechs Tagen auf hoher See konnte eine Einigung erzielt werden und die "Lifeline" durfte in Malta anlegen. Das Schiff befindet sich seitdem in Gewahrsam von Maltas Polizei und darf das Land nicht verlassen. Kapitän Claus-Peter Reisch muss sich seitdem vor Gericht verantworten.

© Mission Lifeline e.V.
© Mission Lifeline e.V.

In Seenot befindliche Personen müssen geretten werden. Diese Pflicht besteht ausnahmslos für jedes Schiff. Egal ob die Schiffe extra aufbrechen oder nur zufällig in Seenot befindliche Personen antreffen. Geholfen werden muss, wenn die Menschen oder die Besatzung "nicht in Sicherheit gelangen können und auf See verloren gehen".  Laut UN müssen die Geretteten an einen sicheren Ort gebracht werden. Kritiker werfen den Seenotrettern wie der "Mission Lifeline" vor, Schlepperbanden zu unterstützen und Fluchtanreize nach Europa zu bieten.