Bürgerinitiative will Pumpspeicherwerk retten

Pumpspeicherwerke, wie das in Dresden-Niederwartha, sind für die Energiewende in Deutschland als Speicher dringend notwendig. Doch kürzlich hat Betreiber Vattenfall angekündigt, das Werk nächstes Jahr zu schließen. +++

An trüben Novembertagen wissen nur Wasservögel die Idylle am Stausee in Dresden-Cossebaude zu schätzen. In den Sommermonaten verbringen viele Dresdner hier die warmen Stunden. 80.000 Badegäste waren es in der vergangen Saison. Die Wasserqualität ist einwandfrei. Denn das Pumpspeicherwerk Niederwartha bringt immer wieder frisches Wasser ein. Doch die Idylle ist gefährdet.

Betreiber Vattenfall hat angekündigt, den Pumpspeicher nächstes Jahr still zu legen, wenn die Nutzungsentgelte im Stromnetz weiter steigen. Der Weiterbetrieb wäre schlicht zu teuer. Anwohner und Mitarbeiter wollen das nicht hinnehmen.

Am Montag Abend hat sich deshalb eine Bürgerinitiative mit über 50 Mitgliedern gegründet, die sich für den Erhalt stark macht. Auch Ortsvorsteher Lutz Kusche unterstützt das Vorhaben.

Interview im Video mit Lutz Kusche, Ortsvorsteher Cossebaude

Die Bürgerinitiative will sich deshalb dafür einsetzen, dass die Netznutzungsendgelte für Pumpspeicherwerke abgeschafft werden, damit die wieder wirtschaftlich arbeiten können.

Doch damit wäre erst ein Problem bewältigt. Denn in Niederwartha besteht millionenschwerer Investitionsbedarf. Von den sechs Turbinen sind nur noch zwei in Betrieb. Und die alte Technik hat nicht den Wirkungsgrad moderner Anlagen.

Das Pumpspeicherwerk Niederwartha wurde 1930 fertiggestellt und wurde damals als technische Neuerung gefeiert. Architekt war der Dresdner Hochschullehrer Emil Högg, auf den auch der markante Pentacon-Turm in Dresden-Striesen zurückgeht.

Die Bürgerinitiative will sich auch für die Modernisierung des Pumpspeichers einsetzen. Für Januar ist bereits ein Treffen mit Vertretern von Vattenfall geplant.

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