Bürgerumfrage zum Klimawandel – Leipziger wünschen sich mehr Grün im Stadtgebiet

Bei einer Bürgerumfrage zum Klimawandel wurden über 5000 Menschen befragt. Die Ergebnisse wurden am Donnerstag vorgestellt. Die Leipziger wünschen sich vor allem mehr Schutz vor extremer Hitze und mehr Grün im Stadtgebiet . +++

Der weltweite Klimawandel macht natürlich auch vor Leipzig nicht halt. Erst vergangenen Woche hatte starker Regen dazu geführt, dass die Feuerwehr dutzende Keller auspumpen musste. Und auch andere Unwettererscheinungen wie Hagelschauer und Stürme treten häufiger auf. Nicht zu vergessen, teilweise ist es auch in unseren Breiten fast unerträglich heiß. Um herauszubekommen, wie die Leipziger mit dieser Situation umgehen, hat die Stadtverwaltung eine Bürgerumfrage zum Klimawandel durchgeführt. Über 5000 Menschen wurden befragt, 3000 sind zufällig ausgewählt worden, 2000 Fragebögen gingen gezielt in Teile der Südvorstadt und ins Kolonnadenviertel. Bei diesen Gebieten handelt es sich um sogenannte überwärmte Inseln, dass heißt die Temperatur liegt dort höher als im restlichen Stadtgebiet. Dieses Problem hat auch die Innenstadt: Etwa die Hälfte der von der Stadt versandten Fragebögen zum Klimawandel kamen beantwortet zurück, die Ergebnisse wurden nun ausgewertet und am Donnerstag vorgestellt. Die Leipziger wissen über den Klimawandel Bescheid, sind aber geteilter Meinung. Soll heißen: viele Leipziger handeln gern umweltbewusst, solange es nichts kostet oder unbequem wird. Und: die meisten wünschen sich vor allem mehr Schutz vor extremer Hitze. Das fängt schon im Kleinen an. Beanstandet wurden zum Beispiel die Haltestellen der Leipziger Verkehrsbetriebe. Um große Hitze besser verkraften zu können, sollen nach Meinung der Befragten aber vor allem auch mehr Grünanalgen her. Denn diese können selbst mitten in der Fußgängerzone für etwas Abkühlung sorgen. Keine einfache Aufgabe für die Stadtverwaltung, denn freie Flächen sind in Leipzig eher Mangelware. Es gilt also, die bestehenden Anlagen zu verbessern. Leipzig ist übrigens die erste deutsche Stadt, die eine Bürgerumfrage zum Klimawandel durchgeführt hat. Die Ergebnisse sollen in die weiteren Stadtplanungen einfließen. Und wer weiß,  vielleicht bekommen wir ja in naher Zukunft Haltestellen mit Grasdach und Efeu-Wänden.