Bürgerverein für den Erhalt des Erfenschlager Bades

Gegen die Schließungspläne der Stadt Chemnitz für das Sommerbad Erfenschlag regt sich weiter Widerstand.

Der Nutzungsvertrag für das Freibad mit dem Verein „Textima Chemnitz“ war im vergangenen Herbst ausgelaufen.

Dadurch ist das Bad mit seinen Flächen wieder in die Verantwortung der Stadt übergegangen.

In der Verwaltung hatte man entschieden, das Sommerbad aus Kostengründen nicht wieder zu öffnen.

Die Stadt stützt sich dabei auf ein Gutachten, dass Kosten von 1,6 Millionen Euro für die Sanierung des Beckens und der technischen Anlagen vorsieht.

Der Stadtrat soll in seiner Sitzung in der kommenden Woche die Schließung des Erfenschlager Bades offiziell absegnen.

Interview: Philipp Rochold (parteilos), Sozialbürgermeister

Im Ortsteil Erfenschlag will man sich mit diesen Plänen nicht abfinden.

Jahrelang wurde das Sommerbad durch ehrenamtliche Arbeit überhaupt offen gehalten.

Der Verein Textima würde die Einrichtung zudem gern weiterbetreiben – allerdings nicht zu den ihrer Meinung nach zu hohen Anforderungen der Stadtverwaltung, wie beispielsweise Trinkwasserqualität des Badewassers.

Außerdem hat der Verein ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben.

Nach diesem wären die Sanierungskosten um die Hälfte günstiger.

Interview: Felix Kreißel, ehemaliger ehrenamtlicher Badbetriebsleiter

Die Stadtverwaltung stützt sich bei ihrer Entscheidung auch auf die Sportentwicklungsplanung und verweist auf das kürzlich sanierte Freibad Einsiedel als Alternative.

Das die seit 75 Jahren bestehende Einrichtung in ihrem Ortsteil mit einem Federstrich einfach abgewickelt wird, damit will sich auch der Bürgerverein für Erfenschlag nicht abfinden.

Interview: Wolfgang Köhler, Vorsitzender „Bürgerverein für Erfenschlag“

Unklar ist vor allem, was nach einer offiziellen Schließung des Sommerbades mit dem Gelände geschehen würde.

Zwar schließt die Stadt nicht aus, dass ein Verein oder Investor das Bad wieder betreiben könnte.

Das ist aufgrund der Anforderungen, die bisher an die Sanierung gestellt werden, allerdings unwahrscheinlich.

Das Umweltamt schlägt die Freilegung des durch das Gelände fließenden Baches vor, was gleichzeitig den Abriss des Schwimmbeckens bedeuten würde.

Soweit soll es nach Ansicht der Befürworter des Sommerbades nicht kommen.

Interview: Felix Kreißel, ehemaliger ehrenamtlicher Badbetriebsleiter

Die Zeit jedoch drängt. Je länger das Gelände und das Becken brach liegen, umso schwerer wäre es, das Bad wieder flott zu machen.

Die Entscheidung zur Zukunft des Sommerbades Erfenschlag soll am Mittwoch im Chemnitzer Stadtrat fallen.