Bund und Länder wollen mehr Geld in Bildung investieren

Der Bildungsgipfel in Dresden ging bei denen los, um die es geht: Kita-Kinder, Grund- und Mittelschüler sowie Azubis von AMD stellten ihre Visionen und Wünsche ans Lernen vor.

Beim Schülerdialog des Unternehmensnetzwerks Wissensfabrik hörte Bildungsministerin Annette Schawan den Ideen der Kinder und Jugendlichen zu. Und die waren teils unkonventionell -wie zum Beispiel beim Schwimmen Englisch lernen.

Zwei Stunden hatte die Kanzlerin eingeplant, die Wege zu diskutieren, auf denen die Bildungsrepublik Deutschland entstehen soll. Es dauerte länger. Am Ende stand aber die Zusage, dass bis 2015 10 Prozent des Bruttoinlandprodukts für Bildung und Forschung ausgegeben werden sollen. Außerdem soll die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss und Ausbildung halbiert werden.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich warb beim Bund um die Unterstützung beim Ausbau der Ganztagsangebote. Sachsen sei aber auf einem guten Weg: die Schulabbrecherzahlen haben sich in den vergangenen Jahren reduziert, auch die Verzahnung des letzten Kita-Jahres und der Grundschule sei bundesweit einmalig.

Während in Klotzsche hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde, fand offen für alle auf dem Theaterplatz der Alternative Bildungsgipfel statt. Von früh an gabs hier Workshops, zum Beispiel für weniger Selektion im Schulsystem oder zur Studienreform. Am Nachmittag dann eine Demonstration mit rund 2000 Teilnehmern. Aufgerufen hatten mehrere Parteien, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sowie Studentenorganisationen. Sie fordern etwa die Abschaffung von Studiengebühren und ein besseres Vorschulangebot. Dinge, die sie vom Bildungsgipfel der Kanzlerin nicht erwarten.

Merkel und Tillich zeigten sich aber zufrieden mit den Ergebnissen. Bund und Länder seien konkrete Verpflichtungen eingegangen. Bis zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz in einem Jahr wird weiter an dem in Dresden verabschiedeten Papier gearbeitet. Dann soll sich zeigen, so Berlins regierender Bürgermeister, Klaus Wowereit, ob der Gipfel ein Erfolg war.