Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen besuchte die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

Roland Jahn würdigte die Bedeutung authentischer Orte für die Vermittlung von Diktaturgeschichte. +++

„Die Kraft dieses historischen Ortes ist unschlagbar“ bemerkte Roland Jahn bei seinem Rundgang durch das Museum in der „Runden Ecke“ beeindruckt. Der neue Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen kennt die vom Bürgerkomitee Leipzig getragene Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ seit Jahren und würdigte die Arbeit des Bürgerkomitees mit dem bereits zweiten Besuch seit seiner Amtseinführung. Lebensnahe Aufklärung sei von großer Wichtigkeit, man müsse wieder stärker auf die Menschen zugehen, so Jahn.
 
„Je besser wir Diktatur begreifen, umso besser können wir Demokratie gestalten“, schrieb er im Gästebuch. Im Anschluss an seinen Antrittsbesuch in der Leipziger Außenstelle seiner Behörde besichtigte er auch die Gedenkstätte. Dabei betonte Jahn noch einmal die Wichtigkeit des kooperativen Miteinanders der verschiedenen Aufarbeitungsinstitutionen. Die Stasi-
Unterlagenbehörde sieht der neue Bundesbeauftragte vor allem als Dienstleister.

Das Bürgerkomitee freut sich, dass er diese Position erneut bekräftigte. Schon bei seinem ersten Besuch Ende März hatte er gesagt: „Ich freue mich an einem Ort der gesellschaftlichen Aufarbeitung zu sein, die mir besonders wichtig ist. Der Staat sollte nur dort einspringen, wo die Gesellschaft noch nicht so weit ist.“

Der DDR-Bürgerrechtler und Journalist Roland Jahn, der seit März 2011 Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen ist, hatte in seiner Antrittsrede deutlich gemacht, dass jeder in der Behörde angestellte ehemalige Stasi-Mitarbeiter ein Schlag ins Gesicht der Opfer sei. Dass Roland Jahn seinen Worten in den letzten Wochen auch Taten folgen ließ und den Auftrag gab, eine Versetzung der 48 ehemaligen MfS-Mitarbeiter in andere Behörden zu prüfen, findet die volle Unterstützung des Bürgerkomitees und anderer Aufarbeitungsinitiativen. Jahns Vorstoß zeigt einmal mehr, dass er genau der Richtige für dieses Amt ist.

Die Gedenkstätte ist gerade im Zusammenhang mit der für die nächsten Jahre geplanten Überarbeitung der Dauerausstellung auf die kooperative Unterstützung der Stasi-Aktenbehörde angewiesen. Hier hofft das Bürgerkomitee auch auf eine baldige Verbesserung der Aktenerschließung und vor allem auch der Zugänglichkeit der sachbezogenen Findmittel, wie dies in anderen Archiven üblich ist.