Bundesfamilienministerin besucht Beratungsstelle für Heimkinder der DDR

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat sich am Montag einen Eindruck von der Arbeit der Beratungsstelle Sachsen vor Ort verschafft und weitere Mittel versprochen. Betroffene können sich noch bis zum 30.09. in der Thomasiusstraße 2 melden, um Hilfen zu beantragen. +++

Für die Mitarbeiter der Anlauf-und Beratungsstelle des Fonds DDR-Heimkinder war der Besuch der Bundesfamilienministerin eine Bestätigung ihrer bisher geleisteten Arbeit. Doch Schwesig kam vor allem, um selbst mit Betroffenen zu sprechen und deren Situation zu verstehen. Viele der ehemaligen Heimkinder wuchsen mit strengem Drill auf, wurden misshandelt oder mussten bis zur Erschöpfung arbeiten. Ein Großteil von Ihnen leidet noch heute darunter. Schwesig lobte die Angebote der Beratungsstelle, versprach aber auch weitere Hilfen für die Opfer. 

Das Bundeskabinett hatte Anfang Juli diesen Jahres die Aufstockung des Fonds um bis zu 200 Millionen Euro beschlossen. Der bisherige Topf von ursprünglich 40 Millionen Euro ist aufgrund der unerwartet hohen Inanspruchnahme  bereits nahezu ausgeschöpft. Psychologin Bettina Monse ist von der Resonanz auf die Beratungs- und Hilfsangebote selbst überrascht.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben sich 4622 Betroffene in der Beratungsstelle Sachsen in der Leipziger Thomasiusstraße gemeldet. Viele von Ihnen bekamen auch eine finanzielle Entschädigung, bisher wurden bereits 4,9 Millionen Euro an die Opfer ausgezahlt.