Bundesweite Mahnwachen

Der schwere Atomunfall von Fukushima hat für einen radikalen Stimmungsumschwung in Deutschland gesorgt.

Die meisten Einwohner sind mittlerweile der Ansicht, dass alle deutschen Atomkraftwerke so rasch wie möglich stillgelegt werden sollten.

In vielen deutschen Städten hat es seit dem Wochenende Proteste gegen Atomkraft gegeben.

In Dresden haben rund 200 Teilnehmer der Opfer des Erdbebens und des Tsunamis in Japan gedacht.

In unserer Stadt zündeten rund 100 Chemnitzer Kerzen vor dem Rathaus an. Darunter auch Volkmar Zschocke, Landesvorsitzender der Fraktion Bündnis 90/ DIE GRÜNEN.

Interview: Volkmar Zschocke – Landesvorsitzender der Fraktion Bündnis 90/ DIE GRÜNEN

Bundesweit waren es etwa 110.000 Menschen, die in Mahnwachen gegen die Atompolitik auf die Straße gingen. Die Chemnitzer Teilnehmer nutzten gleichzeitig auch die Gelegenheit mit Spruchbändern und Schildern auf die Gefahren der Nutzung der Atomkraft hinzuweisen.

Auch der Chemnitzer Professor für Elektrotechnik Josef Lutz ist für die Stilllegung aller Atomkraftwerke weltweit.

Interview: Prof. Josef Lutz – Professur Elektrotechnik TU Chemnitz

Die Ursache für den Stimmungsumschwung in Deutschland sind wohl auch Ängste vor einem möglichen Zwischenfall hierzulande. Professor Josef Lutz hält einen Atomkraftwerk-Unfall wie in Japan auch im eigenen Land für möglich.

Interview: Prof. Josef Lutz – Professur Elektrotechnik TU Chemnitz

Viele Deutsche sind besorgt, dass Radioaktivität aus Japan auch ins eigene Land gelangen und hier Luft, Wasser und Lebensmittel verunreinigen könnte.

Nach neuesten Umfragen befürworten mittlerweile 80 Prozent der Deutschen die von der Bundesregierung angekündigte Aussetzung der Laufzeitverlängerung und Überprüfung aller deutschen Atomkraftwerke.