Bundesweite Schweigeminute für Opfer rechter Gewalt

Ein Zeichen für Toleranz und gegen Rassismus: heute um 12 Uhr soll Deutschland eine Minute die Arbeit ruhen lassen und den Opfern des Nazi-Terrors gedenken. Auch Leipzig beteiligt sich an der Aktion. +++

Der Gedenkaufruf vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) inspiriert heute bundesweit Regierung und Bürger zu vielen Aktionen gegen rechte Gewalt.

Konkreter Anlass für den Gedenktag ist die Mordserie der Zwickauer Terrorzelle, auch bekannt als Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), die zwischen 2000 und 2006 zehn Menschen ermordete. Jedoch versteht sich die Veranstaltung allgemein als Gedenktag für Opfer rechtsextremistischer Gewalt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird heute bei der offiziellen Veranstaltung im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin die Hauptrede halten. Außerdem sollen zwei Töchter von Opfern des Nazi-Trios sprechen.

Die Stadt Leipzig hat ihre Mitarbeiter aufgefordert, um 12 Uhr die Arbeit niederzulegen. Seit heute Morgen hängen die Flaggen am Neuen Rathaus bereits auf Halbmast. Es ist weiterhin geplant, dass sich etwa 100 Leipziger Betriebsräte zur Schweigeminute auf dem Marktplatz treffen.