Buttersäure-Anschlag auf Wahlpodium in Connewitz

Feuerwehr musste „Haus der Demokratie“ am Montagabend räumen. Bisher keine Spur zu Tätern, verletzt wurde niemand. +++

Am 31. August ist Landtagswahl und das es im Wahlkampf zuvor nicht immer sanft zugeht, ist mittlerweile bekannt. In Leipzig haben sich am Montagabend aber ausnahmsweise nicht die Politiker gegenseitig angegriffen. Eine Diskussionsrunde im umkämpften Stadtteil Connewitz wurde durch einen Buttersäure-Anschlag jäh beendet.
Es sollte eine Podiumsdiskussion mit sieben Landtagskandidaten verschiedener Parteien werden werden. Und das Interesse war sehr groß. Zugegeben, im teils von Autonomen bewohnten Stadtteil Connewitz, musste zumindest bei den Redebeiträgen von CDU-Mann Robert Clemen und AfD-Kandidat Roland Ulbrich mit Zwischenrufen gerechnet werden – doch diesesmal traf es alle. Und es waren regelrechte Stinker am Werk. Denn um kurz nach halb neun begannen sich die ersten der etwa 50 Besucher im „Haus der Demokratie“ die Nase zuzuhalten. Vor allem die hinteren Reihen hielten es kaum aus. Dann ging der Feueralarm los.

Das es sich tatsächlich um einen Buttersäure Anschlag handlet steht mittlerweile fest. Die Feuerwehr fand eine sogenannte Brechampulle im Flur vor dem Veranstaltungsraum. Und die farblose Flüssigkeit hat ihren Namen nicht umsonst. Ihr Geruch wird als der von ranziger Butter oder Erbrochenem beschrieben und kann zu Überkeit und Atembeschwerden führen. Das bekamen auch die Einsatzkräfte zu spüren.

Die gute Nachricht. Obwohl in dem Gebäude neben der Podiumsdiskussion auch noch eine Filmvorführung und eine Chorprobe lief, wurde neimand verletzt. Die Feuerwehr übergab die Buttersäure-Ampulle der Polizei, nun soll die Flüssigkeit im Labor genauer untersucht werden. Wer hinter dem „Stinker-Anschlag“ steckt ist noch unklar. Ein Kavaliersdelikt wars jedenfalls nicht, die Polizei ermittelt unter anderem wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.