CFC-Prozess gerät ins Stocken

Im Prozess um Steuerhinterziehung beim Chemnitzer FC hat es am Dienstag am Chemnitzer Landgericht die nächste Überraschung gegeben.

Dem ebenfalls angeklagten ehemaligen Manager Siegmar Menz ist eine Einstellung des Verfahrens angeboten worden. Voraussetzung ist allerdings, dass er eine Geldauflage in Höhe von 45.000 bis 60.000 Euro akzeptiert. Bis Ende der Woche müssen sich Menz und dessen Anwälte nun dazu äußern.

Der Prozess könnte allerdings ganz platzen und noch einmal von vorn beginnen, wenn Menz und Co. Das Angebot ablehnen. Zudem gibt es derzeit Probleme bei der Ladung ausländischer Prozesszeugen. Ehemalige CFC-Spieler aus Südosteuropa sollten zur Zahlung von unversteuerten Handgeldern befragt werden. So war für gestern der ehemalige Mittelfeldspieler und spätere Bundesliga-Profi Nebojsa Krupnikovic geladen. Der 37-Jährige, der wieder in Serbien lebt, erschien allerdings nicht zum Prozess.

Ein internationales Rechtshilfeersuchen könnte sich bis zu einem halben Jahr hinziehen. Laut vorsitzendem Richter, darf aber ein Strafprozess nach geltendem deutschen Recht nicht so lange unterbrochen werden.

Das Gericht ist jedoch der Auffassung, dass Bargeldzahlungen an CFC-Spieler in der Amtszeit von Menz zur Tagesordnung gehörten und wesentlichen über ihn gelaufen sind. Konkret gehe es hier um die Fälle Nebojsa Krupnikovic und Alen Avdic. Zugunsten des Ex-Managers spricht, dass er sich persönlich nicht bereichert hat und die Machenschaften fast zehn Jahre zurück liegen.

Sollte Siegmar Menz einer Einstellung des Verfahrens, bei Zahlung der Geldauflage zustimmen, dann würde auch gegen ihn kein Urteil gesprochen werden. Auch die mitangeklagten früheren CFC-Präsidenten Claus Peter Nofri und Lutz Waszik sind nach Zahlung einer Geldbuße ohne Verurteilung davongekommen.