CFC-Vorstand spricht Klartext

Chemnitz – Der amtierende Vorstand des Chemnitzer FC hat sich am Donnerstag zur aktuellen Lage des finanziell angeschlagenen Vereins geäußert.

Neben den Vorstandsmitgliedern Dr. Mathias Hänel und Herbert Marquard war dabei auch der neue Vorstand Stefan Bohne und der Aussichtsratsvorsitzende des CFC, Uwe Bauch, vor Ort.

Stefan Bohne übernimmt den Posten des bisherigen Interimsvorstandes, Dr. Dirk Kall, der sich aus familiären Gründen zurück gezogen hatte. Der 43-Jährige Bohne war in den Jahren 2009 und 2010 als Hauptgeschäftsführer von Dynamo Dresden tätig. Zu seinen neuen Aufgaben gehört auch die Beratertätigkeit für die Himmelblauen.

Am Mittwoch hatte die Fanszene des Chemnitzer FC einen offenen Brief an die Vereinsführung mit mehreren Fragen gerichtet und unter anderem bemängelt, dass es keinen Ansprechpartner für die Fans beim Verein geben würde. In der heutigen Pressekonferenz wurde von Seiten des Vorstandes versucht, einige Antworten zu geben – angesichts der dringenden Probleme bei der finanziellen Rettung des Clubs habe man die Fans vernachlässigt.

Vor allem der kaufmännische Geschäftsführer von „eins Energie“, Herbert Marquard, sprach offen über die noch immer herrschenden Unzulänglichkeiten im Verein. Zwar sei das Defizit von rund 3 Millionen Euro durch die Finanzspritzen vom Energieversorger „eins“ und der Stadt Chemnitz erst einmal geschlossen worden – dennoch sei das Budget für die Spieler in dieser Saison um 400.000 Euro überschritten. Den unbedingten Willen, sich an vorgeschriebene Budgets zu halten, könne er noch nicht erkennen.

Dennoch habe man jetzt die Lizenzunterlagen für die 2. und 3. Liga beim DFB mit einem positiven Gefühl eingereicht. Wenn der Verein wieder auf soliden Füßen stehe, wolle sich „eins Energie“ schnellstmöglich aus der Betriebsführung des Chemnitzer FC zurückziehen.

Dr. Mathias Hänel fügte hinzu, dass ein Aufstieg in die 2. Liga dem Verein bei der Bewältigung der Probleme enorm helfen würde. Sportlich gesehen, wäre die Ausgangsposition so gut wie lange nicht mehr. Deshalb bat er um Geduld von allen Akteuren im und um den Verein, damit die Mannschaft mit ihrem Trainerteam sich in Ruhe auf den sportlichen Erfolg konzentrieren könne.

Weitere Schritte will der neu zusammengesetzte Vorstand in seiner ersten Sitzung am 14. März beschließen.

Angesichts dieser aktuellen Diskussionen gerät das Heimspiel des Chemnitzer FC am Freitagabend gegen Fortuna Köln fast in den Hintergrund. Mit den Fortunen ist eine Mannschaft in Chemnitz zu Gast, die nur einen Punkt Rückstand auf den CFC hat. Dementsprechend erwartet Trainer Sven Köhler ein umkämpftes Spiel, da beide Teams den Kontakt nach ganz oben halten wollen.

Anpfiff zum Spiel gegen Fortuna Köln ist am Freitagabend, 19 Uhr, in der Community4you-Arena an der Gellertstraße.