Chaos nach „Querdenker“-Demo in Leipzig

Leipzig  - Großdemo-Tag in Leipzig: Die "Querdenker"-Demo fand am Samstag auf dem Augustusplatz statt. Zunächst verlief diese friedlich. Das schlug später in eine chaos-ähnliche Situation um. Die Demo sollte eigentlich auf die Neue Messe verlegt werden. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen entschied sich gegen die Verlegung und für den Augustusplatz. Jedoch nur unter den geltenden Corona-Auflagen. Diese besagten das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und einen Abstand von 1,5 Meter. Da sich laut Polizei nur wenige Teilnehmer daran hielten, wurde die Demonstration vorzeitig aufgelöst.

Was zunächst als friedliche Demo begann, gipfelte kurz vor dem Ende beinahe im Chaos: Nach der "Querdenker"-Demo in Leipzig kam es zwischen Teilnehmern und Polizei zu teils heftigen Auseinandersetzungen. Demonstranten warfen Gegenstände auf die Beamten und durchbrachen wenig später eine Polizeikette. Die Einsatzkräfte zogen sich daraufhin zurück. Gut zwei Stunde vorher: die Versammlungsbehörde, also die Stadt Leipzig, hatte gegen 15.30 Uhr die "Querdenker"-Demo aufgelöst. Grund war die zu große Teilnehmerzahl auf dem Augustusplatz und den umliegenden Straßen. 

Erlaubt waren nur 16.000 Teilnehmer, allerdings war gegen 15 Uhr die Zahl laut Polizei auf etwa 20.000 Personen angewachsen. Zu viel für eine Fortsetzung der Demo. Trotz mehrfacher Hinweise hatte sich kaum jemand an den Mindestabstand von 1,5 Meter gehalten. Auch trugen nur vereinzelte einen Mund-Nasen-Schutz - was allerdings Auflage für die Durchführung der Demo war. Die Polizei vergrößerte die Versammlungsfläche am Mittag daraufhin deutlich - ohne Erfolg.

© Sachsen Fernsehen

Die Teilnehmer waren aus dem ganzen Bundesgebiet angereist. Es blieb die meiste Zeit ruhig. Nur vereinzelt gab es aus dem Teilnehmerfeld rechtsextreme Provokationen, zum Beispiel durch das Schwenken der Reichsflagge. das wurde jedoch mit Buh-Rufen quittiert. Neben allgemeiner Kritik an den Corona-Maßnahmen war es vor allem die Maskenpflicht, die die Demonstranten stört. Es war ein Groß-Demotag für Leipzig: mehr als 25 davon gab es im gesamten Stadtbereich. Die "Querdenker"-Demo mit der Kritik an den Corona-Maßnahmen war allerdings die größte. Gegenprotest gab es unter anderem vom Bündnis "Leipzig nimmt Platz".

Der "Querdenker"-Demo war ein juristischer Streit vorausgegangen. Die Stadt wollte sie auf die Neue Messe verlegen und bekam damit vom Verwaltungsgericht Leipzig recht. Allerdings hatte das Oberverwaltungsgericht in Bautzen entschieden, dass die Kundgebung doch auf dem Augustusplatz stattfinden durfte. Jedoch nur unter den besagten Auflagen. Dazu zählt auch das Verbot von Aufzügen. Der Marsch der Demoteilnehmer um die Leipziger Innenstadt wäre so also gar nicht erlaubt gewesen. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt die offizielle "Querdenker"-Demo auch schon für beendet erklärt worden.