Chemnitz-Borna-Heinersdorf: Betrugsversuch scheiterte

Wieder einmal haben dreiste Betrüger versucht, eine Seniorin mit einer unverschämten Betrugsmasche um ihr Erspartes zu bringen.

Am 9. Oktober 2012 erhielt eine 74-jährige Frau zu Hause einen Anruf von einem vermeintlichen Staatsanwalt aus Berlin. Dieser Mann konfrontierte die Frau mit dem Vorwurf, gegen sie läge bei der Staatsanwaltschaft Berlin eine Anzeige vor. Darin hieße es, sie habe an einem Gewinnspiel teilgenommen und schulde dem Wettspielunternehmen nunmehr 8 500 Euro. Als die Seniorin dem Anrufer sagte, dass sie an keinem Gewinnspiel teilgenommen habe, erklärte dieser, ihm läge ein Tonbandmitschnitt vor, der dies jedoch belege. So hatte er nun Druck auf seine Gesprächspartnerin aufgebaut. Verständnis heischend drehte er jetzt den Spieß um und sagte, er wisse schon, dass ältere Menschen immer wieder in Gewinnspiele verwickelt würden. Aber jetzt stünde eben diese Forderung und er müsse entscheiden, ob er die Akte zu Gericht gebe.

Allerdings könne er als Staatsanwalt der 74-Jährigen anbieten, gegen sofortige Zahlung von 2.450 Euro die Sache als geklärt zu betrachten. Die Überweisung dieses Betrages müsse aber noch an jenem 9. Oktober 2012 bis 15 Uhr erfolgen. Auf den Einwand der Seniorin, sie sei krank, entgegnete der Anrufer, das habe mit der Sache nichts zu tun und die müsse heute noch geklärt werden. Dann gab er seinem potenziellen Opfer eine Bankverbindung, auf welche die Einzahlung bis 15 Uhr erfolgen müsse. Sollte kein Zahlungseingang zu verzeichnen sein, ginge die Akte ans Gericht und dann würde eine wesentlich höhere Summe fällig. Durch die Masche aus „Zuckerbrot und Peitsche“ sowie Zeitdruck völlig verunsichert, begab sich die Seniorin zu ihrer Bank, um die 2 450 Euro zu überweisen. E

ine aufmerksame Angestellte der Filiale riet der 74-Jährigen, die Überweisung noch nicht zu tätigen und erst einmal die Polizei zu konsultieren. Diesem Ratschlag ist es zu verdanken, dass die Frau nicht um rund 2 500 Euro ärmer wurde. Bei der Polizei wurde eine Anzeige wegen Verdachts des versuchten Betruges aufgenommen. Die Ermittlungen laufen.

Die Polizei warnt vor dieser bisher nicht bekannten Betrugsmasche mit einem ganz einfachen Hinweis: So arbeiten Staatsanwaltschaften nicht! Niemals werden Staatsanwälte versuchen, am Telefon Entscheidungen in Verfahren herbeizuführen. Rufen Sie in solchen Fällen sofort die Polizei und nehmen Sie vor allem keine Zahlungen vor.

Sollte es weitere Betroffene geben, bei denen versucht wurde, mit dieser Masche zum Erfolg zu kommen oder die möglicherweise sogar Geld überwiesen haben, so werden diese gebeten, das bei ihrer nächstgelegenen Polizeidienststelle anzuzeigen.