Chemnitz: Geplanter Abriss von Marathonturm in der Kritik

Der Abriss von Baudenkmälern ist in Chemnitz nicht nur wegen des Eisenbahnviadukts ein Dauerthema.

Seit einiger Zeit streiten Denkmalschützer und die Stadt Chemnitz um die Zukunft des Marathonturms im Sportforum. Während die Stadtverwaltung den Turm abreißen will, setzen sich Denkmalhüter für dessen Erhalt ein.

Im vergangenen Jahr hatte die Stadt Chemnitz ihre Pläne zur Erneuerung des Hauptstadions im Sportforum bekannt gegeben. Die Pläne sehen einen Abriss und Neugestaltung der Zuschauertraversen und eine Sanierung des Innenraums vor.

Bei dem Konzept der Stadt spielt der Marathonturm keine Rolle. Aufgrund seiner Funktionslosigkeit und Geschichte soll er teilweise abgerissen werden.

Interview: Barbara Ludwig (SPD), Oberbürgermeisterin Stadt Chemnitz (vom 17. Juni. 2015)

Am Standpunkt der Rathausspitze hat sich seitdem nichts geändert, allerdings haben Denkmalschützer, wie der Chemnitzer Sandro Schmalfuß, Einwände erhoben. Seiner Ansicht nach sprechen für den Erhalt des Baudenkmals mehrere Gründe.

Interview: Sandro Schmalfuß, Initiative „Stadtbild Chemnitz“

Derzeit ist der marode Marathonturm mit Sicherungsnetzen versehen, da Gebäudeteile abzubrechen drohten. Dies ist allerdings nur eine Sicherungsmaßnahme für Passanten.

Eine tatsächliche Erhaltung des Bauwerks, dass 1994 in die sächsische Denkmalliste aufgenommen wurde, habe nie stattgefunden, so die Denkmalschützer.

Interview: Sandro Schmalfuß, Initiative „Stadtbild Chemnitz“

Die Stadt Chemnitz veranschlagt für eine Sanierung des Turmes etwa 1,2 Millionen Euro, die man aufgrund der Haushaltssituation nicht in das Bauwerk investieren möchte.

Damit befindet sich die Stadt auf Kollisionskurs mit der Denkmalbehörde, die einem Antrag auf Abriss oder Teilabriss offenbar nicht zustimmen wird.

Interview: Sandro Schmalfuß, Initiative „Stadtbild Chemnitz“

Die Zukunft des 1938 fertiggestellten Marathonturms steht also noch nicht fest.

Dafür hat sich die Stadt Chemnitz schon einmal die Sicherungskosten für das Bauwerk ausrechnen lassen – diese liegen bei 750.000 Euro. Diese Summe bezieht sich allerdings nur auf die Erhaltung des jetzigen Zustands, nicht auf eine Sanierung.