Chemnitz: Hat die Allee an der Reichenhainer Straße doch eine Zukunft?

Die Mitglieder einer Chemnitzer Bürgerinitiative haben ihr Engagement für den Erhalt der rund 190 Bäume nicht aufgegeben.

Am Samstagvormittag begingen sie den „Tag der Allee“ in Chemnitz direkt an der Stelle, an der 2016 der Bau einer Straßenbahntrasse für das Chemnitzer Modell Richtung Thalheim beginnen könnte.

Der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss der Stadt hatte sich im Mai dieses Jahres für einen Bau der Gleise in der Mittellage zwischen den Fahrbahnen der Reichenhainer Straße ausgesprochen.

Die Bürgerinitiative will diese Entscheidung nicht hinnehmen.

Interview: Uwe Warschkow – Bürgerinitiative Stadtbahn Chemnitz

Die Entscheidung für einen Bau in der Mittellage der Straße stützt sich auch auf ein Gutachten zum Zustand der Bäume.

Die seien aufgrund der Pflanzung in zu kleine Erdlöcher vor allem im asphaltierten Teil der Allee in keiner guten Verfassung.

Interview: Uwe Warschkow – Bürgerinitiative Stadtbahn Chemnitz

Der Verkehrsverbund Mittelsachsen plant im Zuge der Baumaßnahme eine Neupflanzung der Allee.

Es würde allerdings laut BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland) etwa 40 Jahre dauern, bis der heutige Zustand wieder erreicht würde.

Die Bürgerinitiative will auch aus diesem Grund eine Änderung der Trassenführung erreichen,
stellt aber auch aus Kostengründen die für 32,5 Millionen Euro geplante Linie nach Thalheim generell in Frage.

Interview: Uwe Warschkow – Bürgerinitiative Stadtbahn Chemnitz

Am Samstag gab es für die bedrohte Allee noch den dritten Preis für einen bundesweiten Fotowettbewerb des Bundes für Naturschutz in Deutschland (BUND).

Dieser erkennt die Schutzwürdigkeit der innerstädtischen Allee an und will damit auf deren Schicksal überregional aufmerksam machen.

Die Bürgerinitiative hofft nun, dass sich im anstehenden Planfeststellungsverfahren noch eine Wende ergibt – und die Allee an der Reichenhainer Straße mit ihren Platanen und anderen Baumarten noch länger als 2016 erhalten bleibt.