Chemnitz kann bunter werden

Das Chemnitzer Stadtbild kann künftig noch bunter werden: mit legal gesprühten Graffiti.

Über die notwendigen Voraussetzungen – Freigabe von Flächen und mit ihrer Nutzung verbundene Regeln und Bedingungen sowie die Veröffentlichung im Netz – verständigte sich der Stadtrat Chemnitz am Mittwochabend.

Etwa 40 Flächen an unterschiedlich großen Objekten sollen für die künstlerische Nutzung mit Graffiti von der Stadt Chemnitz, ihren Eigenbetrieben sowie der CVAG angeboten werden. Aufmerksam gemacht wird auf Gebäudeflächen, deren Eigentümer die stadtbildprägende und gegenüber „wilden“ Graffiti auch präventive Wirkung von Kunst nutzen wollen. Wo es sich anbietet, kann auch bei Neubauvorhaben und Sanierungen geprüft werden, ob Flächen für hochwertige Graffitimalerei als Kunst am Bau eingeplant werden können. Aufmerksam gemacht werden soll auf das Graffiti-Projekt der Stadtverwaltung via Internet: Die zum Sprühen freigegebenen Flächen einschließlich der bei der Nutzung zu beachtenden Regeln werden auf www.chemnitz.de veröffentlicht, ebenso die Kontakte zu Gebäudeeigentümern oder Verwaltern.

Mit der Freigabe von Standorten und Flächen für legale Graffiti unterstützt die Stadt Chemnitz die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen und räumt neben etablierten Kulturstätten und Kunstformen auch der modernen Kunstform Street Art einen angemessenen Platz im Stadtbild von Chemnitz ein.

Graffiti ist eine der sichtbarsten, durchaus auch kontrovers diskutierten Ausdrucksformen von Jugendkultur und ist in Chemnitz auch durch in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich realisierte legale Projekte (bisher allerdings stets zeitlich begrenzte Graffiti-Projekte) nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken. Legale und illegale Graffitis gehören zum Stadtbild, sind kulturelle Bereicherung und deutliches Indiz auch für ihre bereits etablierte Form der Anwesenheit im öffentlichen Raum. Mit der nun nachhaltigen Beschäftigung mit dem Thema sollen nicht zuletzt illegale Graffiti eingedämmt werden. Referenzprojekte in Augsburg, Marl oder auch Wien zeigen, dass legale Graffiti-Projekte auch als Prävention funktionieren.

Erstes auf Initiative der Stadtverwaltung in Chemnitz initiiertes legales Graffiti-Projekt war die Gestaltung der Stützwände am Südverbund; weitere legale Projekte wurden realisiert im Concordia-Park, bei der Gestaltung der Bunten Gärten Sonnenberg und zuvor bei der Lärmschutzanlage hinter dem Jugendclub B-Plan, an der Sporthalle der Grundschule Borna und am ehemaligen Gymnasium am Schlossteich sowie jüngst im September an der Sporthalle am Schloßteich und unter Federführung des städtischen Wohnungsunternehmens GGG an einer Hausfassade Alfred-Neubert-Straße.

Mit dem SACHSEN FERNSEHEN Newsletter sind Sie immer top informiert!