Chemnitz – Mekka der Streetart-Szene

Am Wochenende wurde Chemnitz zum Mekka der Streetart-Szene.

„Straßenkunst“ – daran scheiden sich die Geister.Für die einen sind illegale Graffiti, Plakate und Aufkleber störender Vandalismus, für die anderen ist es die Kunstform unserer Zeit, eben weil sie für Jedermann sichtbar auf den Straßen der Städte zu sehen ist.

Eine einzigartige Ausstellung hat nun die vielen Facetten der Streetart unter ein Dach gebracht.

Kein Zweifel, Streetart ist populär. Der große Andrang gerade jüngerer Leute am Wochenende in der Markthalle Chemnitz ist der beste Beweis dafür. „Hallenkunst“ so das Motto, 25 Künstler aus ganz Europa stellten ihre Werke aus. Erfreulicherweise waren darunter auch Dresdner, Leipziger und Chemnitzer Streetart-Künstler.

Interview: Peter Waldvogel – Veranstalter

Im Mittelpunkt standen vor allem die internationalen Stars der Szene. Allen voran Banksy aus Großbritanien, dessen Werke am Kunstmarkt Höchstpreise erzielen. Er stellte seinen aktuellen Film vor, wollte aber auch in Chemnitz anonym bleiben. Andere scheuen das Licht der Öffentlichkeit nicht, wie der Dortmunder Wolfgang Krell.

Interview: Wolfgang Krell – Streetart-Künstler

Geboten wurde den Besuchern viel, bemalte Leinwände und Objekte, Fotographien und Installationen –
der ganze Variantenreichtum der Straßenkunst wurde sichtbar. Bei einer Live-Darbietung lieferten sich Dresdner und Chemnitzer Künstler einen Wettkampf um das beste Bild – Ein heißes Duell.

Das Publikum stimmte mit Applaus für seinen Favoriten. Aktionen wie diese unterstrichen den Event-Charakter der Ausstellung. Das sah auch Ingrid Mössinger so. Die Leiterin der Kunstsammlungen Chemnitz schaute direkt nach einer USA-Reise in der Markthalle vorbei.

Interview: Ingrid Mössinger – Generaldirektorin Kunstsammlungen Chemnitz

Die gelungene Veranstaltung wirft also Fragen nach der Zukunft der Chemnitzer Markthalle auf. Dem besonderen Charme des Gebäudes waren die ausstellenden Künstler jedenfalls erlegen.

Interview: Wolfgang Krell – Streetart-Künstler

Am Sonntag fand die einmalige Streetart-Ausstellung schon wieder ihr Ende – aus versicherungstechnischen Gründen. Denn trotz ihres oft unkommerziell erscheinenden Auftretens ist manche Straßenkunst viele Tausend Euro wert.