Chemnitz: Neue Masche beim Enkeltrick

Beinahe Opfer eines Enkeltricks der anderen Art wurde am Dienstagvormittag eine 75-jährige Frau, als gegen 9.55 Uhr ein unbekannter Mann an ihrer Wohnung in der Fürstenstraße klingelte.

Die Seniorin öffnete und der Mann, der sich als ihr Enkel ausgab, drängte in den Flur der Wohnung. Er gab an, 2 000 Euro Bargeld in der Wohnung deponieren zu wollen und fragte in dem Zusammenhang nach Verstecken für Geld und Schmuck. Als die Seniorin angab, weder das eine noch das andere zu besitzen und anzweifelte, dass es sich um ihren Enkel handelt, flüchtete der Unbekannte aus der Wohnung. Er ist etwa 1,90 m groß und ca. 25 Jahre alt. Er hat kurze schwarze Haare, trug eine schwarze Hornbrille, ein dunkelgraues Basecap mit Emblem, einen hellen Blouson, graue Jeans und auffallend große dunkle Schuhe. Er soll hochdeutsch mit hessischem oder oberpfälzischem Dialekt gesprochen haben.

In der Rudolf-Harlaß-Straße im Ortsteil Wittgensdorf erhielt ein Senior (nähere Angaben liegen derzeit nicht vor) ebenfalls am Dienstagvormittag Besuch von einem angeblichen Enkel. Auch hier war die Masche dieselbe. Unter dem Vorwand 2 000 Euro in der Wohnung des Seniors hinterlegen zu wollen, ließ sich der Unbekannte die Geldkassette des Mannes zeigen. Da sich darin kein Geld befand, gab er an, später wiederzukommen, um das Geld zu deponieren und verschwand. Der Senior tat das einzig Richtige und rief die Polizei.

Leider zum Erfolg führte die Masche im Ortsteil Gablenz, als am Dienstag gegen 10.30 Uhr, ein Unbekannter an der Wohnung einer 85-Jährigen in der Albert-Jentzsch-Straße klingelte. Auch hier gab sich der Mann als Verwandter der Frau aus und verschaffte sich so Zutritt. Um Bargeld hinterlegen zu könnten, bat er die Seniorin um ein Kuvert. Als die Betagte dem Wunsch nachkam, folgte ihr der Unbekannte in ein anderes Zimmer und sah eine im Schrank versteckte Geldkassette. Nun bat er um ein Glas Wasser. Während daraufhin die Seniorin das besagte Zimmer verließ, nahm der Unbekannte die Kassette und verließ sofort unter einem erneuten Vorwand die Wohnung. In der Kassette befanden sich mehrere tausend Euro. Das Ersparte der Frau ist nun weg.

Ob es sich in allen drei Fällen womöglich um ein und denselben Täter handelt, ist noch nicht bekannt. Die Ermittlungen dauern an.

Die Polizei warnt vor dieser „neuen Art“ des Enkeltricks. Öffnen Sie keinem Unbekannten die Tür, fragen Sie erst durch die Gegensprechanlage o.ä. um wen es sich handelt. Lassen Sie sich keine Informationen über Wertgegenstände entlocken oder wie viel Bargeld Sie im Haus haben. Gehen Sie auf keinerlei Forderungen oder Bitten ein, so lapidar sie auch im ersten Augenblick auch erscheinen mögen. Dabei handelt es sich meist um Ablenkungsmanöver der unbekannten Täter, um an Ihr Erspartes zu gelangen! Informieren Sie im Zweifel immer die Polizei oder fragen Sie bei „echten“ Verwandten nach.