Chemnitz sagt „Nein“ zu Ostrale

Chemnitz/Dresden- Die Ostrale zieht nun doch nicht nach Chemnitz um, zumindest nicht kurzfristig. Das gab am Dienstag die Prüfungskommission bekannt.

Nachdem der Stadtrat im Juni entschieden hatte, mit der Ostrale Gespräche aufzunehmen, prüfte unter anderem der Kulturbeirat der Stadt, ob die Bedingungen für einen Umzug nach Chemnitz gegeben seien. Bei der Prüfung des von der Ostrale eingereichten Konzeptes ergaben sich jedoch einige Schwierigkeiten.

Zum einen braucht die Ausstellung mindestens 8.000 Quadratmeter Fläche. Dafür kamen sechs Objekte in Frage, die den Anforderungen hätten gerecht werden können. Da diese jedoch nicht in städtischer Hand sind, mussten zunächst Gespräche mit den Eigentümern geführt werden. Schlussendlich stellte sich jedoch heraus, dass einzig der ehemalige Spinnereimaschinenbau für ein solches Projekt kurzfristig zur Verfügung stehen würde. Allerdings hätte an dem Objekt einiges gemacht werden müssen, um der Ostrale ein geeignetes Zuhause bieten zu können. 

Da es sich bei der Ausstellung um eine sogenannte Biennale handelt, die alle zwei Jahre außerhalb von Deutschland stattfindet, hätten die Räumlichkeiten in diesem Zeitraum leer gestanden. Denn ein hinreichendes Konzept, wie diese anderweitig genutzt werden könnten, lag nicht vor.

Zum anderen betragen die Kosten für Miete, Umzug und Umbau der Räumlichkeiten allein im Jahr 2019 mindestens 600.000 Euro.

Daher entschied sich die Prüfungskommission letztendlich dafür, dass es nicht kostendeckend wäre, die Ostrale nach Chemnitz zu holen, denn die Mehrkosten hätten über Steuergelder finanziert werden müssen.

Die Förderung in Höhe von 250.000 Euro, die die Stadt für die Ostrale bereitgestellt hätte, soll nun regionalen Projekten zugute kommen.

Das komplette Interview mit Ferenc Csák, Leiter des Kulturbetriebs in Chemnitz, sehen Sie hier:

Autor: Cindy Hebert