Chemnitz unterliegt cleveren Falken aus Jonsdorf

Die Wild Boys Chemnitz unterlagen in eigener Halle den Jonsdorfer Falken mit 4:7 (1:2,1:4,2:1).

Über 600 Zuschauer wollten den Auftritt des Überraschungsteams Chemnitz nicht verpassen und erlebten eine Pleite, die vielleicht zur richtigen Zeit kam.

Chemnitz ging zum ersten Mal in dieser Saison als Favorit in ein Spiel und musste das Spiel machen. Das schmeckte den Wild Boys aber gar nicht. Man versuchte zwar von Beginn an das Spiel zu machen, versäumte es aber erste Chancen zu nutzen. Die Falken verlegten sich auf eine Kontertaktik mit der sie zu jeder Zeit gefährlich waren. Dabei hatte Tim Schnelle zweimal das Glück auf seiner Seite. In der neunten Spielminute war es dann aber geschehen. Mario Hähnel versenkte einen Nachschuss zum 0:1. Mitte des ersten Drittels setzen die Chemnitzer die Falkenabwehr unter Druck, der Ausgleich sollte aber nicht fallen. In Minute 18. saß der nächste Konter der Gäste und es stand 0:2. Noch vor der Pause brachte Petr Hrbek mit seinem Treffer zum 1:2 die Wild Boys zurück ins Spiel. Mit der Pausensirene wäre fast noch das 2:2 gefallen, doch Benjamin Dirksen blieb Sieger.

Im zweiten Drittel wollten es die Wild Boys besser machen, mussten aber zunächst einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Alexander Zille musste auf die Strafbank und die Falken nutzten diese Überzahl bereits nach sechs Sekunden um das 3:1 durch David Wolters zu erzielen. Die Chemnitzer blieben aber dran und erzielten durch Matthias Schubert den erneuten Anschluss. Nun sollte also endlich der Ausgleich her, aber es wurde kein Mittel gefunden die sichere Falkenabwehr aus den Angeln zu heben. Anders die Gäste, sie nutzen wiederum eine Überzahl um erstmals mit zwei Toren in Führung zu gehen. In der 33. Minute musste Georg Albrecht nach einer überzogenen Spieldauerstrafe (5+20) unter die Dusche. Zu allem Überfluss bekam auch noch Alexander Zille eine 2+2 Minutenstrafe, während sein gegenüber Vasily Sharapa mit einer einfachen Strafe wegkam. So fanden sich die Wild Boys schnell in einer drei gegen fünf Situation wieder. In dieser Phase des Spiels investierten die Chemnitzer viel Kraft, überstanden diese aber mit viel Glück. Gerade waren die 5-Minuten für Georg Albrecht abgelaufen da klingelte es wieder im Gehäuse von Tim Schnelle und es stand 2:5. Als nur 43 Sekunden später Pieter Kohls gar den sechsten Falkentreffer erzielte schien das Spiel gelaufen.

Wenn im letzten Drittel noch etwas in Richtung Ausgleich passieren sollte, mussten in den ersten fünf Minuten zwei schnelle Tore her. Und es ging gut los. In der 43. Minute war es einmal mehr Petr Hrbek der eine Überzahl nutzte und auf 3:6 verkürzte. Dann die nächste Strafe für Jonsdorf und ein letzter Funke Hoffnung keimte auf. Was dann folgte war das nächste Geschenk für die Gäste. Der Förderlizenzspieler der Füchse Stefan Ortlof schlich sich in den Rücken der Abwehr und fand sich allein vor Tim Schnelle wieder und schoss zur endgültigen Entscheidung ein. Nun hatte auch Trainer Jozef Kovacik dieses Spiel abgehakt. Auch wenn die Chemnitzer weiter in Richtung Falkentor spielten so wirklich gefährlich sah das alles nicht aus. Selbst eine Penaltychance wurde durch Hannes Albrecht vergeben. In der 56. Minute durften die Chemnitzer dann noch einmal jubeln. Matthias Schubert erzielte den vierten Chemnitzer Treffer, der jedoch nur noch Ergebniskosmetik darstellte.

Es war das Abbild des Spiels der Wild Boys in Schönheide. Alles was den Chemnitzern im Wolfsbau gelang, gelang diesmal den Falken. Aus einer sicheren Abwehr heraus mit schnellen Kontern zum Erfolg. So gingen die Gäste als verdienter Sieger vom Eis und die Liga rückt auch dank der anderen Ergebnisse mehr als eng zusammen. So trennen Spitzenreiter Chemnitz und den Tabellensechsten Niesky ganze sechs Punkte. Dabei hat Tornado Niesky mit erst fünf Spielen noch alle Möglichkeiten nachzuziehen.