Chemnitzer Basketball: NINERS feiern Derbysieg!

Vor der Saisonrekordkulisse von 2.329 Zuschauern hatten sich die NINERS am Samstag in der Richard-Hartmann-Halle mit 83:75 gegen den alten Erzrivalen Science City Jena durchgesetzt.

Es war der zehnte Sieg für die NINERS im 20. Ostderby auf Zweitligaebene und das erste Mal seit neun Jahren, dass Chemnitz beide Duelle mit Jena in einer Spielzeit für sich entscheiden konnte. Neben Topscorer Takumi Ishizaki (23 Punkte) und Donald Lawson (15 Rebounds) ragte vor allem Alex Rosenthal heraus, der nach neunmonatiger Verletzungspause erst sein drittes Spiel für die BVC bestritt und wichtige 13 Zähler sowie sechs Rebounds beisteuerte.

In einer proppevollen „Hartmann-Hölle“ legte die BV Chemnitz 99 los wie die sprichwörtliche Feuerwehr und führte nach Punkten von John Bynum, Ishizaki und zwei Dreiern durch Jorge Schmidt sowie Robert Cardenas schnell mit 10:4. Die nächsten Highlights ließen nicht lang auf sich warten. Cardenas mit krachendem Monsterdunk zum 14:6, Rückkehrer Rosenthal direkt nach seiner Einwechslung vom Perimeter zum 23:11 und der bärenstarke Ishizaki setzte mit seinem „Buzzerbeater“ zum 30:12 den Schlusspunkt unter ein grandioses erstes Viertel.

Im zweiten Spielabschnitt gehörten die nächsten Minuten den Gästen. Angeführt von Lee Jeka, Kevin Wysocki und Chris Roquette drehten die Thüringer allmählich auf und verkürzten den Rückstand sukzessive auf neun Zähler (25:34). Um diesen 13:1-Lauf der Gäste endlich zu stoppen, brachte Felix Schreier seine Leistungsträger Bynum, Ishizaki und Rosenthal zurück aufs Feld, welche mit tatkräftiger Unterstützung von Kapitän Schmidt den Vorsprung wieder auf 44:27 ausbauten. Noch waren aber zwei Minuten der ersten Halbzeit zu spielen und das Pendel schlug jetzt abermals zu Jenas Gunsten aus. Gekrönt durch einen schönen Buzzerdreier von Garrett Sim kamen die Gäste bis zur Pause auf 37:47 heran, was teilweise aber auch an der unterirdischen Chemnitzer Freiwurfquote lag.

Zur mageren Trefferquote von der Linie gesellte sich nach dem Seitenwechsel auch noch eine Flaute aus dem Spiel heraus. So erzielten die NINERS in den ersten fünf Minuten des dritten Viertels lediglich ein einziges Pünktchen, während die wiedererstarkten Gäste ihre Aufholjagd eindrucksvoll fortsetzten. Als dann auch noch BV-Center Donald Lawson mit einer Platzwunde zur Behandlung auf die Bank musste und Jenas Garrett Sim einen Fastbreak zum 46:48 abschloss sowie obendrein einen Bonusfreiwurf zugesprochen bekam, drohte die Partie endgültig zu kippen. Doch in dieser Phase übernahm ausgerechnet Alex Rosenthal, der nach seinem Kreuzbandriss erst seit zwei Wochen wieder im Teamtraining ist, die Verantwortung. Insgesamt acht der nächsten zehn Chemnitzer Punkte sowie vier der nächsten sechs Rebounds gingen auf das Konto des 24-jährigen Powerforwards. „Es freut mich, dass ich nach meiner langen Pause endlich wieder dabei bin und der Mannschaft heute helfen konnte“, strahlte Rosenthal nach Spielende über sein mehr als gelungenes Comeback. Das letzte Highlight des dritten Viertels setzte dann aber Cardenas, der durch die Sperre von Alex Jones sowie Lawsons zwischenzeitlichem Ausfall an diesem Abend oftmals auf die Centerposition ausweichen musste, dort allerdings mit beherztem Einsatz durchaus zu gefallen wusste. Bei ablaufender Wurfuhr und mit der Hand des Verteidigers im Gesicht netzte der Deutsch-Kubaner eiskalt zum 62:53 ein – neun Punkte Vorsprung, letzte Viertelpause.

Die BV Chemnitz 99 hatte ihre Schwächephase im zweiten sowie dritten Spielabschnitt endgültig überstanden und wollte sich die Butter nun nicht mehr vom Brot nehmen lassen. Zwar verkürzte Jena zu Beginn des Schlussviertels durch Kenny Barker und Lee Jeka noch einmal auf 58:64, doch nun hatte Obiango die richtige Antwort parat. Der wendige Flügel zog jetzt zweimal beherzt in die Zone, ließ sich selbst durch ein Foul nicht stoppen und verwandelte sogar den Bonusfreiwurf zum 69:58. Bynum, Ishizaki sowie Cardenas legten schnell nach und dann machte Donald Lawson ausgerechnet von der Freiwurflinie den Deckel drauf. Im gesamten Spielverlauf leistete sich der BV-Center ganze neun Fahrkarten von der Linie, doch drei Minuten vor Schluss verwandelte er beide Würfe zur 80:62-Vorentscheidung. Jena versuchte zwar gegen Ende noch einmal alles und profitierte erneut von der Chemnitzer Freiwurfschwäche, doch obwohl die NINERS insgesamt 22 von 50 Freiwürfen vergaben, geriet der Sieg nicht mehr in Gefahr. „Wir haben viele Punkte liegen gelassen, konnten dies aber mit großem Einsatz in der Verteidigung und beim Reboundduell wettmachen, so dass der Sieg letztlich verdient war“, resümierte ein glücklicher Felix Schreier.